A. Lange & Söhne – Tourbillon Pour Le Mérite und Tourbograph

Walter Lange präsentierte bei der Wiedergeburt der eigenen Marke Ende des Jahres 1994 exakt vier Modelle in der ersten Kollektion. Darunter war die mittlerweile ikonenhafte und stilbildende Lange 1.

A. Lange & Söhne Celebrates 20th Anniversary of its First Collection of Timepieces[1]In den vier Jahren zwischen der Neuanmeldung der Marke A. Lange & Söhne im Jahr 1990 in Dippoldiswalde und der offiziellen Präsentation der ersten Kollektion Ende 1994 im Dresdner Schloss haben die Menschen um Walter Lange, Hartmut Knothe und Günter Blümlein hart gearbeitet und vier eigenständige Uhrenmodelle in höchster Qualität hervorgebracht.1406694357Gwz皇宫发布会[1]

Dass dies, in der Kürze der Zeit, nicht ganz ohne externe Hilfe zu schaffen war verwundert dabei nicht. Was aber die Menschen bei A. Lange & Söhne in den letzten zwei Jahrzehnten an wunderbaren Zeitmessern hervorgebracht haben verwundert, besser gesagt: begeistert hingegen schon!

Ein Modell dieser ersten Kollektion war auch das Tourbillon Pour Le Mérite. Diese Uhr war Günter Blümleins Vision der perfekten Uhr, die er anfänglich mit Hilfe des genialen Giulio Papi für Lange umgesetzt hat. Insgesamt 200 dieser Tourbillons verließen bis 1998 die Werkstätten in Glashütte. Heute sind die gesuchte und sehr wertvolle Sammlerstücke.Lange+Tourbillon+Pour+le+Mérite+yellow+gold[1]Diese Uhr mit dem hochkomplexen Tourbillon zeigt, wie der Name schon sagt, noch eine weitere technische Besonderheit: den Antrieb mit konstanter Kraft über eine Kette und Schnecke. Diese Kraftübertragung ist allen vier, bis heute präsentierten Pour Le Mérite Modellen von Lange gemein.a135b7a434fbc47fa2a8292763ee612cDie Details

dieser Art des Antriebs habe ich bereits an dieser Stelle ausführlich dargestellt:

Richard Lange Tourbillon Pour Le Mérite

Wieviel Mühe alleine in der Herstellung der 24 cm langen und 0,6 x 0,3 mm im Querschnitt messenden Kette steckt! Immerhin gilt es weit über 600 Einzelteile alleine für diese Kette zusammen zu setzen.297GE1104_68P2T_DETAIL2[1]Dieses Kaliber ist optisch wie auch technisch ein echter Leckerbissen. 953 Einzelteile (einschließlich der Kette) wurden, einzeln von Hand bearbeitet, in diesem Werk vereint.902-0Das Tourbillon Pour Le Mérite wurde ab 1994 meist in der Gelbgold-Version gezeigt. Die seinerzeit stattlichen 38,5 mm Durchmesser und 10 mm in der Höhe zeigen die Uhr wohl proportioniert. Von dieser Referenz 701.001 wurden zwischen 1994 und 1998 insgesamt 104 Uhren hergestellt.701-001-5f[1]Für die Ref. 701.001 gab es optional auch ein Edelmetallband, welches gegen das Lederband nach Belieben getauscht werden konnte.P1100199-1024x576[1]

Der gelbgoldene Tourbillon Pour Le Mérite ist sicher die bekannteste Version dieses Modells. Darüber hinaus gab es weitere Versionen, die allerdings in wesentlich kleinerer Auflage gefertigt worden sind.

Die Referenz 701.005 stellt die Platin-Version dar. 46 dieser Uhren, mit einem Zifferblatt aus massivem Silber, wurden zwischen 1994 und 1998 verkauft.701-005-70[1]Im Jahr 1995 wurde dann eben diese Platin-Variante um ein fest montiertes Edelmetallband ergänzt und in der Ref. 751.005 vorgestellt. Nur drei dieser Uhren sind bekannt. Sie wurden auf speziellen Kundenwunsch gefertigt.

751-005-3a[1]

Auch eine Version des Tourbillon „Pour Le Mérite“ im Roségold-Gehäuse mit der Referenz 701.011 begeisterte die Uhrenwelt. 23 dieser Uhren sind in der Zeit zwischen 1994 und 1998 dokumentiert. Ein interessantes Detail: auf dem schwarzen Zifferblatt fehlen die Stundenzahlen.701-011-eb[1]Eine weitere Version dieses Modells stellt die Referenz 701.007 dar. Die Uhr im Weißgoldgehäuse zeigt ein blaues Zifferblatt mit ebenso blauen Hilfszifferblättern und einen weißen Druck. 18 Uhren dieser weißgoldenen Variante wurden zwischen 1994 und 1998 von Lange verkauft.merite[1]

Es verwundert wenig, dass es von einem solchen Modell auch Einzelstücke gegeben hat, sind doch die Träger derartiger Uhren ebenso einzigartige Persönlichkeiten.

Die Referenz 711.035 aus dem Jahr 1996 stellt solch ein Einzelstück im Platingehäuse dar. Im Unterschied zur Referenz 701.005 trägt die Uhr ein schwarzes Zifferblatt mit schwarzen Hilfszifferblättern, aber ohne die Stundenziffern. Und das Gehäuse dieser Uhr ist um 2 mm auf 36,5 mm verkleinert worden.lange-sohne-tourbillon-pour-le-merite-unico[1]Im Jahr 1994 gab es noch ein Einzelstück im Platingehäuse. Diese Uhr ist unverkennbar am pinkfarbenen Zifferblatt zu erkennen. Das Blatt wurde auf besonderen Kundenwunsch verbaut. Diese Uhr wurde im Jahr 2011 bei Sotheby´s versteigert.257GE1104_68P2T_FRONT[1]

295GE1104_68P2T_FULL%20PAGE[1] 318GE1104_68P2T_DETAIL3[1] 296GE1104_68P2T_DETAIL1[1]

Insgesamt gab es also 51 Uhren des Tourbillon Pour Le Mérite in vier Versionen im Platingehäuse.

Ein weiteres Einzelstück ist die Uhr mit der Referenz 701.008 im Weißgoldgehäuse mit schwarzem Blatt und silberfarbenen Hilfszifferblättern. Dieses Einzelstück wurde im Jahr 1994 an den Besitzer übergeben.LOT_392_-_Lange__Sohne_-_CHF437.000[1]

a-lange-sohne-tourbillon-pour-le-merite_0[1]Somit gab es also insgesamt 19 Uhren des Tourbillon Pour Le Mérite in zwei Versionen im Weißgoldgehäuse.

Es gab auch ein Einzelstück als Stahlversion, gefertigt auf Kundenwunsch für den Mailänder A. Lange & Söhne Konzessionär Orlogeria Pisa. Die einzig existenten Bilder dieser Stahlversion stammen von Peter Chong und die er in seinem Buch über die Pour Le Mérite Modellfamilie veröffentlicht hat.IMG_5151 IMG_5153(Quelle: Peter Chong)

Das angesprochene Buch habe ich hier im Blog bereits vorgestellt:

Pour Le Mérite von Peter Chong

Eine klare Empfehlung zur Lektüre meinerseits, denn neben den Uhren werden auch Lange-Sammler vorgestellt, die ihre ganz persönliche Geschichte erzählen.

Die „große Schwester“ des Tourbillon Pour Le Mérite ist der im Jahr 2005 vorgestellte Tourbograph. 51 Uhren im Platingehäuse mit der Referenz 702.025 wurden ab 2006 verkauft.3719_Die-uhrmacherischen-Talente-hinter-dem-Tourbograph-Pour-le-Mrite[1]

702-025-d0Im Tourbograph kommt das Kaliber L903.0 zum Einsatz, Dieses feine und höchst komplexe Manufakturkaliber besteht aus 636 Einzelteilen zzgl. den weit über dreihundert Einzelteilen der Kette etc.). Insgesamt kommt man so auf über 1000 Einzelteile in diesem einen Uhrwerk.A.%20Lange%20&%20Sohne%20Tourbographtourbograph-back[1]

2010 war das Jahr des 165. Jubiläums der Marke A. Lange & Söhne. Aus diesem Anlass wurden 50 weitere Exemplare des Tourbographen im Honiggold-Gehäuse aufgelegt. Dieses Modell besticht auch durch ein wunderbar gestaltetes Zifferblatt und trägt die Referenz 712.050.712-050-96712.050-a[1]

Eine besonders aufwändige Version des Tourbographen sei nicht unerwähnt: die Ref. 882.025 wurde im Jahr 2009 als Einzelstück angefertigt und mit Edelsteinen verziert.882-025-7c 882-025-77

Dieses Einzelstück wurde für den Lange-Partner Dubail in Paris angefertigt. Platingehäuse und –band wurden mit 377 Diamanten verziert (insgesamt 40,6 Karat). Über den Preis dieser Uhr wird vornehm geschwiegen.

Das A. Lange & Söhne Tourbillon Pour Le Mérite darf also, in all seinen Varianten, als ein wichtiges Stück der Lange-Zeitgeschichte gesehen werden. Und es wird auch in vielen Jahrzehnten noch exakt auf die gleiche Art und Weise wie heute bereits faszinieren.

Glücklich sollte sich schätzen, wer einen solchen Zeitmesser sein Eigen nennen darf!a-lange-s-hne-tourbillon-pour-le-m-rite[1]

 

 

 

Pour Le Mérite von Peter Chong

Als passionierter Uhrensammler und begeisterter Fan der Marke A. Lange & Söhne erreichte mich gerade eine Neuwerwerbung für meine Bibliothek. Und das Buch, um das es hier geht, ist ein ganz besonderes Werk.

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Es handelt sich um ein Buch von einem Lange Enthusiasten für Lange Enthusiasten. Peter Chong, vielen Uhrenfans gut bekannt, ist ein begeisterter Uhrensammler aus Singapur. Und er ist auch der Autor zahlreicher Internet-Artikel und eben dieses Buches.

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Das hier beschrieben Buch behandelt die Uhren von A. Lange & Söhne aus Glashütte, die den Zusatz Pour Le Mérite tragen. Es handelt sich um Uhren, die über einen Antrieb über Schnecke und Kette verfügen und somit über eine sehr gleichmässige Kraftübertragung zwischen Federhaus und Räderwerk. Diese Technologie ist bekannt aus alten Beobachtungs- und Borduhren und Marinechronometern.

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Das faszinierende Detail von Kette und Schnecke umfasst über 300 Einzelteile:

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Peter Chongs tolles Buch behandelt aber nicht nur die Pour Le Mérite-Modelle. Vielmehr fasst es die jüngere Geschichte der Marke A. Lange & Söhne zusammen. Und so startet des Buch auch mit dem Neuanfang der Marke Anfang der 90´er Jahre des letzten Jahrhunderts, mit Persönlichkeiten wie Walter Lange, Günter Blümlein und Hartmut Knothe.

Gegliedert ist das Buch in vier hochinteressante Kapitel

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Dabei ist jeder Band durchgehend nummeriert, die gesamte Auflage also limitiert

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Und selbstverständlich darf auch ein Grusswort von Walter Lange nicht fehlen

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Walter Lange steht als Persönlichkeit für die Marke A. Lange & Söhne wie kein Zweiter. Und so handelt dieses Buch auch von ihm

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Wie bereits weiter oben erwähnt erzählt dieses Buch die jüngere Geschichte der Marke A. Lange & Söhne, sprich also den Neuanfang, welcher im Oktober 1994 wieder Realität wurde. Und so lautet das erste Kapitel des in deutscher und englischer Sprache verfassten Buches auch „Die Wiedergeburt“

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Toll ist, dass die wesentlichen Mitarbeiter der ersten Stunde ebenso vorgestellt werden wie die Überlegungen der damaligen Protagonisten, wie man die Marke A. Lange & Söhne wiederbeleben könnte. Dabei kann man wunderbar miterleben, wie es damals gewesen sein muss

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Das zweite Kapitel heisst „Wir haben die Ehre“

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In diesem geht es um die Modelle von A. Lange & Söhne, die mit dem Zusatz „Pour Le Mérite“ geadelt worden sind und die sich durch besondere technische Finessen auszeichnen.

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Reich bebildert werde die bislang vier vorgestellten Pour Le Mérite Modelle schön vorgestellt

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Peter Chong ist zweifelsohne ein Lange-Insider. Das kann man sehr schön auch an dem Buch und an den Inhalten erkennen

Das dritte Kapitel widmet sich einigen Persönlichkeiten rund um die Marke A. Lange & Söhne. Es trägt den Titel „Die wahren Kenner“

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Dabei werden nicht nur Mitarbeiter und Macher von Lange vorgestellt. Vielmehr sind es die Sammler und Enthusiasten, die hier zu Wort kommen

Das vierte Kapitel dieses Buches zeigt etwas, was man eher selten zu Gesicht bekommt. In diesem Teil des Buches wird ein Tourbillon Pour Le Merite Stück für Stück zerlegt und Teile wie auch deren Funktion erklärt. Das Kapitel heißt „Demontage“

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Im Anhang des Buches, ganz am Ende, findet der Leser noch tolle Informationen rund um die Pour Le Mérite Modelle. Datenblätter, Auktionsergebnisse u.v.m. runden den höchst interessanten Inhalt des Buches ab.

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Ein wirklich schöne Neuzugang für meine Bibliothek! Und nicht nur etwas für Lange-Freunde!

Das Buch wird von Peter Chong höchst selbst vertrieben. Man erreicht Peter Chong per E-Mail: chongp@gmail.com

Das Buch kostet in der DeLuxe Version 780 Singapur-Dollar, umgerechnet etwas über 400 Euro. Zugegeben ist das viel Geld für ein Buch. Aber dieses Werk ist tatsächlich jeden Cent wert!

Eine klare Kauf- und Leseempfehlung von mir!

Well done Pete!

A. Lange & Söhne – Richard Lange "Pour Le Mérite"

„Pour Le Mérite“ kommt aus dem Französischen und bedeutet „Für den Verdienst“. Ursprünglich war dies eine Auszeichnung für Tapferkeit, die vom preussischen König Friedrich II. im Juni 1740 gestiftet worden war und die vornehmlich für militärische Verdienste wie Tapferkeit verliehen worden ist. Aber auch an zivile Würdenträger wurde diese Auszeichnung für besondere Verdienste vergeben. Die wenigsten Menschen wissen, dass es den Orden noch heute gibt. Verliehen wird er vom Bundespräsidenten für Verdienste in der Kunst und in der Wissenschaft.

Bei A. Lange & Söhne steht „Pour Le Mérite“ seit der Wiedergeburt der Marke im Jahr 1994 für feinste Technik im Uhrenbau. Damals wurde in der ersten Kollektion, neben der bekannten Lange 1 auch das Tourbillon „Pour Le Mérite“ präsentiert.
Und irgendwie passt das Motto „Pour Le Mérite“ ja auch für eine jede Lange: man leistet sich ein solches, mikromechanisches Kunstwerk aus Glashütte nicht mal eben so nebenbei. Vielmehr belohnt man sich mit einen solchen Zeitmesser. Quasi für die eigenen Verdienste.

Superlative sind also bei Lange recht häufig und so ist auch eine jede Uhr aus dem Hause A. Lange & Söhne etwas Besonderes, von der puristischen 1815 oder Saxonia bis hin zur Grand Complication.

Als Lange-Aficionado der ersten Stunde weiß ich durchaus wovon ich rede, denn immer wenn ich eine Lange in den Händen halte überkommt mich pure Begeisterung. Und dies lässt nicht nach. Ganz im Gegenteil: es wird mit der Zeit immer intensiver. So etwas nennt man dann wohl Leidenschaft. Und Leidenschaft hat immer auch etwas mit Unvernunft zu tun. Der Kopf sagt nein, Herz und Bauch ja. Jeder kennt das.

Heute möchte ich hier eine ganz besondere Lange-Uhr vorstellen: die Richard Lange „Pour Le Mérite“.

Über die Pour Le Mérite-Uhren von Lange habe ich schon einiges u.a. hier im Blog geschrieben.

Peter Chong, den A. Lange & Söhne mindestens genauso begeistert wie mich, hat über die bisher präsentierten vier Pour Le Mérite Modelle ein Buch verfasst

http://www.r-l-x.de/forum/showthread…on-Peter-Chong

Hier im Blog habe ich die Technik der Pour Le Mérite Uhren  von Lange in einem eigenen Artikel beschrieben:

https://100percentpassion.wordpress….our-le-merite/

Die hohe Kunst im Uhrenbau ist die Präzision der Zeitmesser. Daran arbeiten die Uhrmacher schon seit Jahrhunderten.

Heute findet man jede Menge mehr oder weniger zweifelhafte Innovationen im Uhrenbau. Klar, jede Marke möchte schließlich eigene Akzente setzen und sich aus der Masse abheben. Die besseren Marken entwickeln hierzu eigene, technische Lösungen. Die weniger tollen Marken setzen ihre Akzente vorwiegend über das Design und ständig wechselnde Sondermodelle in gefühlt unendlich vielen Limitierungen.

Aber an der Steigerung der Präzision der mechanischen Uhr arbeiten nur wenige Marken. Lange gehört zweifelsohne dazu. Und so ersann man in Glashütte die Kraftübertragung per Kette und Schnecke für die Armbanduhr. In Schiffschronometern und Beobachtungsuhren gab es dies bei Lange schon früher:

(Quelle: Uhren Hidding)


Die Präzision einer mechanischen Uhr wird von vielen Faktoren beeinflusst. Vom Trageverhalten des Besitzer zum Beispiel. Aber das kann der Uhrmacher kaum beeinflussen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Kraftübertragung im Uhrwerk. Die Aufzugsfeder im Federhaus gibt ihre Energie normalerweise über Zahnräder an die Gangpartie der Uhr weiter. Nun gibt eine solche Feder nie immer gleich viel Energie ab. Ist sie voll aufgezogen liefert sie mehr Energie als kurz vor dem Ablauf.

Und das beeinflusst die Präzision der Uhr enorm. Lange macht sich zur Kompensation dieser Schwankungen im Kraftfluss die Hebelgesetze zu nutze.
In Glashütte nennt man das System „Kette und Schnecke“, im Rest der Welt „fusée and chain“.

Die Kraftübertragung zwischen Federhaus und Hemmung erfolgt über die Kette. Sie misst 0,3 x 0,6 mm (pro Kettenglied) und sie besteht aus nicht weniger als 606 Einzelteilen.

Die Kette ist beim Vollaufzug komplett um das Federhaus gewickelt und setzt an der Schnecke an der kleinsten Windung an. Somit wirkt ein kleiner Hebel, der die große Kraft, besser das hohe Drehmoment des Federhauses weiter gibt.
Nimmt die Kraft der Feder ab, dann wickelt sich die Kette vom Federhaus ab und um die Schnecke herum. Umso weniger Kraft vom Federhaus kommt, um so größer wird der Hebel an der Schnecke, weil sich die Kette immer weiter und in immer größeren Windungen um die Schnecke wickelt. Der größere Hebel kompensiert die die abnehmende Federspannung. Konstante Kraft = höchste Präzision.

Hier die Kette und Schnecke im Uhrwerk der Richard Lange „Pour Le Mérite“ Tourbillon, der großen Schwester der hier vorgestellten Uhr:

Dieses Kaliber ist etwas mehr skelettiert, so dass man die Einzelteile besser sehen kann.

Lange spendierte den Pour Le Mérite Modellen noch weitere technische Finessen. So wird kurz vor dem Vollaufzug des Federhauses über einen aufwändigen Hebelmechanismus das weitere Aufziehen blockiert (siehe hierzu den o.g. Artikel in meinem Blog).

Ebenso verhält es sich kurz vor dem Moment, wo die Feder des Federhauses komplett entspannt ist. Ein Mechanismus blockiert die Hemmung kurz vorher, wobei der Sekundenzeiger noch bis zur „60“ weiterläuft und erst dann stehen bleibt. Das macht das Einstellen der Uhr beim wieder in Betrieb nehmen wesentlich einfacher.

Doch zurück zur Richard Lange „Pour Le Mérite“. Dieses Modell gab es in 50 Exemplaren im Platingehäuse und in 200 Exemplaren im Rotgoldgehäuse.

Die Referenz 260.025

RICHARD-LANGE-PLM-2009

Und die Referenz 260.032
Lange-Richard-Lange-Pour-le-Merite-260-032-Zoom-front-72dpi3Die Vorderseite zeigt sich schlicht. Gebläute Zeiger vor einem dreiteiligen Emaille-Zifferblatt, römische Ziffern und kleine rote Akzente.






„Weniger mehr geht nicht“, das fällt mir bei Anblick dieser Uhr ein. Denn das eine eine der kompliziertesten Uhren von Lange ist erkennt man erst beim Blick auf die Rückseite der Uhr.

Der Anblick verzaubert, egal wohin man schaut.



Das Kaliber L044.1 ist in jeder Hinsicht ein Leckerbissen! Kenner sehen an der Bezeichnung des Kalibers, dass es sich um ein Lange-Uhrwerk handelt, dass im Jahr 2004 entwickelt worden ist. Es war das 4. Uhrwerk, dass in diesem Jahr entwickelt worden ist. ZUdem handelt es sich um die 1. Version des Uhrwerkes.

Das ist Lange und reinster Form.


















Überall diese anglierten Kanten. Wunderbar!

Kette und Schnecke in Aktion. Man beachte den Hebel, im ersten Bild in der normalen Position beim Aufziehen der Uhr.

Die Kette wandert beim Aufziehen in Richtung Zifferblatt (im Bild nach unten). Kurz vor dem Vollaufzug drückt die Kette auf das untere Ende des Hebels. Ein halbrunder Niet (in der Darstellung rot) an der Unterseite der Kette drückt diese zudem in Richtung Rad.


Der Hebel schwenkt und blockiert weiter oben das Rad.


Mit 40,5 mm ist die Uhr perfekt proportioniert.








Interessant ist, dass diesem Modell das normalerweise bei Lange übliche, satinierte Mittelteil poliert ist.

Auch am Arm macht diese Uhr eine sehr gute Figur!

In meinen Augen findet man bei diesem Modell von A. Lange & Söhne alles, was diese Marke ausmacht. Vornehme Zurückhaltung in der trotzdem edlen Erscheinung, feinste Handwerkskunst, durchdachte technische Lösungen und ein perfektes Gesamtergebnis.

Und exakt aus diesem Grund besteht meine ganz eigene Leidenschaft für die Marke A. Lange & Söhne.

A. Lange & Söhne – Richard Lange Tourbillon Pour Le Merite

Die Geschichte von A. Lange & Söhne ist untrennbar mit verschiedenen, in den Jahren entstandenen mechanischen Wunderwerken wie der Taschenuhr No. 42500, dem Tourbograph Pour Le Merite oder der Grande Complication Ref. 1902 verbunden. Ebenso aber auch mit Persönlichkeiten wie Ferdinand Adolph Lange, Walter Lange oder zuletzt Günther Blümlein. Das Schöne bei A. Lange & Söhne ist, dass die Geschichte nicht nur ein nützliches Hilfsmittel des Marketing ist, sondern auch wirklich Einfluss auf Marke und Modelle hat. Technisch ebenso wie auch sonst. Getreu dem Motto „Tradition – Neuester Stand“.

Richard Lange, der älteste Sohn von Ferdinand Adolph Lange wurde 1845, also in dem Jahr der Gründung der Firma A. Lange in Glashütte geboren und trat 1868 in die Firma des Vaters ein, die seit diesem Zeitpunkt den Namen A. Lange & Söhne trägt.

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Richard Lange war genial. So einfach kann man das auf den Punkt bringen. Der man entwickelte einige Technologien und Materialien, die noch heute in der Uhrenindustrie genutzt werden. So meldete er z.B. im Jahr 1930  ein Patent mit der Nummer DE 529945 an, welches eine „Metalllegierung für Uhrenfedern mit Berylliumzusatz für mehr Elastizität und Härte“. Somit gilt Richard Lange als geistiger Vater der Nivarox-Spirale. Wer kennt sie nicht?

Aus  diesem Grund benennt A. Lange & Söhne seine hoch komplexen Uhrenspezialitäten nach dem höchsten deutschen Verdienstordens des damaligen Deutschland, „Pour Le Merite“ , der für herausragende Dienste im Bereich Wissenschaft und Kultur vergeben worden ist.

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Peter Chong, ein Lange-Enthusiast aus Singapur, hat ein ganzen Buch über die Uhren aus dem Hause A. Lange & Söhne geschrieben, die den Namenszusatz „Pour Le Merite“ tragen. Höchst interessant und lesenswert!

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Neben anderen Komplikationen vereint die Uhren aus der „Pour Le Merite“-Reihe von A. Lange & Söhne ein Merkmal: die Kraftübertragung über Kette und Schnecke, wie sie schon frühe Beobachtungsuhren aufwiesen.

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Auf die genaue Funktionsweise komme ich später noch eingehend zurück.

Bei manchen Uhren, auch von A. Lange & Söhne, bietet es sich an, sich nicht nur an optischen Merkmalen zu orientieren und das Gefallen daran festzumachen. Manche dieser hochkomplexen Uhren, egal von welcher Marke, sind von gewöhnungsbedürftiger Optik. Die Faszination erschließt sich erst bei Kenntnis der technischen und technologischen Besonderheiten. Was würde man das versäumen, wenn man sich rein vom ersten, optischen Eindruck abschrecken lassen würde?!

Sö ähnlich ging es mir beim ersten Anblick der Richard Lange Tourbillon Pour Le Merite.

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Das durchaus eigenständige Design dieses Modelle erklärt sich aber schnell, wenn man die Ursprünge dieser Uhr kennt. Lange nahm hier das Design der Tascheuhr No. 93 von Johann Heinrich Seyffert aus dem Jahr 1807

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Im Folgenden Bild sieht man Vorbild und die Umsetzung von A. Lange & Söhne nebeneinander

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Da es sich bei der Armbanduhr von A. Lange & Söhne um ein Tourbillon handelt und man in Glashütte einen möglichst offenen Blick auf diesen faszinierenden Mechanismus geben wollte hat man, im Gegensatz zum historischen Vorbild, einen Durchbruch im Zifferblatt geschaffen, der es aber auch technisch in sich hat.

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Um die Stunden exakt ablesen zu können schwenkt exakt um 6 Uhr ein zusätzlicher Teil des Zifferblattes in den Zifferblattdurchbruch (siehe Bild oben). Exakt um 12 Uhr schwenkt er wieder zurück und der komplette Blick auf das Tourbillon ist wieder für sechs Stunden frei (siehe das folgende Bild)

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Exakt um Zwölf, man beobachte den Stundenzeiger, schwenkt das Zusatz-Zifferblatt zurück und gibt den Blick frei auf einen Teil des Uhrwerkes samt Tourbillon…

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… um dann, sechs Stunden später, um sechs Uhr wieder einzuschwenken und die Stunden auch im Bereich des Durchbruches gut ablesbar zu halten. Und so geht das im Wechselspiel alle sechs Stunden.

 

 

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Alleine dieser pfiffige Mechanismus macht diese Uhr höchst interessant. Aber dieses Modell hat noch wesentlich mehr zu bieten. Im Lange Kaliber L072.1 mit 351 Einzelteilen (ohne die Teile der Kette; s.u.) und 32 Lagersteinen versieht, wie schon erwähnt, auch ein Tourbillon und eine Kraftübertragung vom Federhaus zum Räderwerk über Kette und Schnecke seinen Dienst.

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Das Tourbillon ist ein Kapitel für sich und daher klammere ich dieses an dieser Stelle mal aus. Hier möchte ich mich auf den Antrieb per Kette und Schnecke konzentrieren, dem Merkmal aller Uhren von A. Lange & Söhne mit dem Namenszusatz „Pour Le Merite“.

Sinn und Zweck der Kraftübertragung vom Federhaus, in welchem die Energie für den Gang der Uhr gespeichert ist, zum Räderwerk, über welches die Zeit gemessen und angezeigt wird,  über eine Kette und Schnecke ist ein möglichst konstanter Kraftfluss. Nur dieser stellt ein sehr genaues Gangverhalten der Uhr sicher.

Eine Feder eines Federhauses, aufgezogen über die Krone bei Handaufzugsuhren oder über den automatischen Aufzug bei Automatik-Uhren, entspannt sich und gibt ihre Kraft ungleichmässig ab. Am Anfang, wenn die Feder voll gespannt ist, wird mehr Kraft abgegeben, bei entspannter Feder wird weniger Kraft abgegeben. Das folgende Diagramm stellt den Verlauf des Drehmoments dar.

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Die Kraftübertragung über Kette und Schnecke wurde bereits bei frühen Beobachtungsuhren z.B. auf Schiffen genutzt, um einen möglichst präzisen Gang der Uhr sicherstellen zu können.

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Der komplette Mechanismus, den A. Lange & Söhne nutzt, sieht so aus:

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Vereinfacht ausgedrückt nutzt diese Kraftübertragung die Hebelgesetze aus. Das Federhaus ist in obigem Bild die rechte, zylindrische Trommel. Links davon sieht, über die Kette verbunden, die Schnecke. Die Schnecke weist in ihrem Umlauf verschiedene Durchmesser auf. Wenn das Federhaus voll gespannt ist, dann liegt die Kette am kleinste Umfang der Schnecke an. Folglich steht dem großen Drehmoment der Feder ein kleiner Hebel an der Schnecke gegenüber. Läuft das Federhaus ab, so sinkt auch das Drehmoment und ausgeglichen wird dies durch einen größeren Hebel (=größerer Durchmesser des Umlaufes an der Schnecke) gegenüber. Ergo ist die Kraft, die über die Schnecke an das Räderwerk abgegeben wird immer nahezu gleich groß und der Gang der Uhr folglich auch gleich präzise.

Die Kette alleine besteht aus 636 Teilen, hier einige der Einzelteile:

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Sie ist 24 Zentimeter lang, 0,6 mm hoch und 0,3 mm breit. Die Uhr verfügt über eine Blockierung vor maximalen Aufzug und vor vollständigem Ablauf. D.h. bevor das Federhaus komplett abgelaufen ist wird die Uhr angehalten. Ebenso über einenSekundenstopp für das Tourbillon und über einen Vorspannmechanismus am Federhaus.

Hier die Kette im Uhrwerk:

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Links oben ist ein Teil des Mechanismus der Blockierung vor maximalem Aufzug zu sehen

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Dieser Mechanismus funktioniert wie folgt: beim Aufziehen des Federhauses wickelt sich die Kette um die Schnecke, und zwar in Richtung der kleineren Windungen (im Bild also nach unten). Dabei drückt die Kette auf die gelb gefärbte Arretierwippe. Diese Wippe bewegt den blau eingefärbten Arretierhebel, der wiederum den rosa eingefärbten Arretierzahn, welcher dass in das Sperrrad greift und einen weiteren Aufzug verhindert. An der Kette befindet sich ein sog. Abschaltniet (der rote Punkt unten an der Kette kurz vor der Arretierwippe). Wenn dieser Abschaltniet auf die Arretierwippe aufläuft, dann drückt er diese im Bild nach unten. Die Wippe bewegt den Arretierhebel und dieser den Arretierzahn, der in das Sperrrad greift. Läuft das Federhaus nun ab, so wandert der Arretierniet der Kette wieder von der Arretierwippe weg in Ri. Federhaus und auch die Kette wandert auf dem Bild auf der Schnecke wieder nach oben. Damit werden Arrtierwippe, – hebel und -zahn wieder per Federkraft zurückgestellt und geben das Sperrrad wieder frei. Dann kann wieder aufgezogen werden.

Exkurs:

Bei der Lange 31, einer Armbanduhr mit 31 Tagen Gangreserve nutzt Lange einen anderen Mechanismus namens Nachspannwerk, der aber das gleiche bewirkt wie der Antrieb über Kette und Schnecke.

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Aber das ist wieder ein ganz eigenes Thema für sich und einen eigenen Artikel wert!

Zurück zur Richard Lange Tourbillon Pour Le Merite

Die Blockierung vor dem Vollständigen Ablauf des Federhauses wird wie folgt bewerkstelligt:

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Der lange Stopphebel (hellblau) greift am Gangreserverad oben in eine Art Kurvenscheibe (nicht zu sehen, da sie unter dem Gangreserverad liegt). Nach einer fest definierten Zeit der Gangreserve fällt das kürzere Ende des Hebels (oben am Gangreserverad, der Drehpunkt des Hebels ist die Schraube bei etwa 11 Uhr) in eine Aussparung. Der lange Arm des Stopphebels schwenkt aus und fällt  gegen den gelben, spitz zulaufenden Finger, der auf der Sekundenradwelle sitzt. Sobald der Finger den Stopphebel triff, wird das Uhrwerk angehalten.  Allerdings so, dass der Sekundenzeiger exakt in Nullposition stehen bleibt. Sehr praktisch beim wieder in Betrieb nehmen und Einstellen der Uhr!

Ein weiterer toller und patentierter Mechanismus von A. Lange ist der Sekundenstopp für ein Tourbillon (Bild siehe unten). Die Funktionsweise erklärt sich eigentlich am Bild. rechts im Bild die die Welle der Aufzugs- und Stellkrone. Interessant hieran ist, dass die Unruh über zwei Stoppfedern gebremst wird.

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Nun noch ein paar Impressionen der Richard Lange Tourbillon Pour Le Merite, die mit ihren 41,9 mm im Durchmesser und 12,2 mm in der Höhe wohl proportioniert ist.

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Von der Richard Lange Tourbillon Pour Le Merite gab es auch eine kleine Sonderedition mit dem Namen „Handwerkskunst“, limitiert auf 15 Exemplare:

A. LANGE & SOHNE - Richard Lange Tourbillon Pour le Merite Handwerkskunst

 

Das Zifferblatt wurde aus honigfarbenem Gold, ebenso wie das Gehäuse, hergestellt und mittels Tremblage, einer aufwändigen Gravurtechnik, von Hand verziert. Dabei wird der Fadenstichel in schaukelnden Bewegungen in acht verschiedenen Richtungen über das Zifferblatt bewegt, bis dieses gleichmässige Muster entstanden ist.

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Das Uhrwerk ist auch etwas intensiver verziert als bei der „normalen“ Version, es zeigt auf der Dreiviertelplatine den Glashütter Sonnenschliff.

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Wieder einmal eine tolle und innovative Uhr von A. Lange & Söhne, die mehr innere Werte besitzt, als man von aussen auf den ersten Blick erkennen kann. Es lohnt sich also, auch mal hinter die Kulissen zu blicken.

In diesem Sinne!

(Quelle aller Bilder: A. Lange & Söhne)