Datograph Flyback – alt vs. neu

Der Datograph Flyback, seit 1999 in der Kollektion von A. Lange & Söhne verankert, ist sicher eines der bekanntesten Modelle der Glashütter Uhrenmanufaktur. Und es war das erste, von Grund auf im eigenen Haus konstruierte Chronographenkaliber.

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Der Datograph kann zu Recht als einer der besten Chronographen bezeichnet werden, die es auf dem Markt gibt. Technische Finessen wie das Großdatum, das Schaltrad, der Flyback-Mechanismus oder der exakt springende Minutenzeiger des Chronographen sind in den Kalibern L951.1 beim alten und L951.6 beim neuen Datographen realisiert worden. Und das in höchst ästhetischer Art und Weise.
IMG_4786Mehr zu den technischen Finessen habe ich hier in diesem Blog geschrieben:

Die technischen Finessen des Datograph Flyback

Im Jahr 2012 dann, nach dreizehn Jahren im Programm, brachte A. Lange & Söhne einen runderneuerten Datographen heraus.
IMG_4784Auf den ersten Blick fallen das geänderte Zifferblattdesign und die Gangreserveanzeige bei 6 Uhr auf, die dem neuen Modell den Zusatz „Auf & Ab“ verleiht. Auf dem Zifferblatt fehlen die römischen Zahlen. Insgesamt wirkt es frischer und jünger.
IMG_4783 IMG_4782Im direkten Vergleich der beiden Datographen-Generationen fällt das um etwas mehr als 1 mm größere Gehäuse auf.
IMG_4799Die Anzahl der Werkteile stieg von 405 Einzelteilen beim Kaliber L951.1 auf 451 Einzelteile bei neuen Kaliber L951.6. Dieses Mehr an Einzelteilen ist vor allem der Gangreserveanzeige geschuldet.
IMG_4806Auf den ersten Blick also vorwiegend optische Retuschen und eine neue Gangreserveanzeige, die bei einer Handaufzug-Uhr sehr sinnvoll ist?
Lange wäre nicht Lange, wenn das alles gewesen wäre. Der Blick auf die technischen Details verrät weitere Änderungen, die einer konsequenten Optimierung der Uhr und vor allem des Uhrwerkes geschuldet sind. Die Gangreserve stieg von 36 Stunden auf 60 Stunden, die Anzahl der Lagersteine um sechs auf insgesamt 46.
Dabei blieb das neue Kaliber erstaunlicherweise mit 6,5 mm genauso hoch wie der Vorgänger.
IMG_4802Doch man erkennt die Detailoptimierungen der Uhr erst wenn man sich die Rückseiten der beiden Modelle intensiv anschaut, was nebenbei bemerkt ein wahres Vergnügen ist.
In der Folge gehe ich auf die sichtbaren technischen Unterschiede der beiden Kaliber näher ein.

Lange verwendet im alten Datograph eine Schraubenunruh und eine Spirale, die nicht inhouse ist.

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Im neuen Datograph hingegen wird eine Exzenter-Unruh und eine freischwingende Lange-Spirale verwendet.

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Im Kaliber L951.6 finden sich weitere Optimierungen, die ich in den folgenden Vergleichsbilder (jeweils L951.1 links und L951.6 rechts) darstellen werde:

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Abschließend zeige ich die alte und die neue Generation des Datograph Flyback in einigen vergleichenden Bildern.
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In meinen Augen ist A. Lange & Söhne etwas sehr schweres sehr gut gelungen: die Modernisierung eines Klassikers, ohne dessen Status als Klassiker zu zerstören.
Sinnvolle und stilsichere Optimierung dort, wo es sinnvoll und angebracht war gepaart mit dem Erhalt von wesentlichen Stilelementen, welche die Datographen unverwechselbar machen.
Vom alten wie vom aktuellen Datographen existieren, neben den Platinmodellen, auch Modelle im Goldgehäuse.
Im Fall des neuen Datographen ist dies die reizvolle Rotgoldvariante mit schwarzem Blatt.
A.-Lange-Sohne-Datograph-Up-Down-Pink-Gold-2015-3[1] A.-Lange-SIHH-2015-Datograph-AUFAB-header[1] ALS_405_031_M04_a6-1500[1]Alle Varianten des Datographen Flyback, alt wie neu, habe ich hier in diesem Blog dargestellt:
A. Lange & Söhne – Datograph Flyback
Manch einer wird den alten Datographen mit seinen römischen Ziffern und dem vielleicht etwas sympathischeren Gesicht favorisieren, andere den neuen Datographen mit seinen unbestrittenen technischen Vorzügen. Ganz gleich welche Generation man besser finden mag, eines eint sie alle: die Faszination und die Begeisterung für einen der besten Chronographen unserer Zeit: den Datograph Flyback von A. Lange & Söhne.

Datograph Auf & Ab vs. Blaues Wunder

Wunder gibt es immer wieder –  zwei Meisterwerke sächsischer Ingenieurskunst
Die Loschwitzer Elbbrücke in Dresden, im Volksmund auch „Blaues Wunder“ genannt, ist ein Meisterwerk sächsischer Ingenieurskunst. Seit 1893 verbindet die Brücke die Dresdner Villenviertel Loschwitz und Blasewitz. Die Spannweite von 280 Metern war zur Bauzeit eine Weltsensation. Rund 100 Jahre später war Dresden erneut Schauplatz für eine Weltpremiere sächsischer Ingenieurskunst. Die Uhrenmarke A. Lange & Söhne präsentierte mit dem Datograph einen Chronographen in bisher nicht gekannter Präzision und Ästhetik. Im Jahr 2012 kam der Nachfolger dieses Modells in den Handel: der Datograph  Auf & Ab. Für A. Lange & Söhne war dies ein willkommener Anlass, ihn und das „Blaue Wunder“ gemeinsam in Szene zu setzen.20120618-170257Während Uhrensammler den Datograph als eines der schönsten Uhrwerke der Welt bezeichnen, gilt das „Blaue Wunder“ als bekannteste und schönste Brücke Sachsens. Die Dresdner haben ihr diesen inoffiziellen Namen kurz nach ihrem Bau gegeben – zum einen für ihre außergewöhnliche Konstruktion, die keine Strompfeiler in der Elbe benötigt, zum anderen aufgrund ihrer hellblauen Farbe. Die Eisenbrücke wird von über 100.000 Nieten zusammengehalten. Über die genaue Anzahl wird immer wieder spekuliert. Beim Datograph Auf & Ab hingegen ist die genaue Zahl seiner Einzelteile bekannt: 451 Komponenten präsentieren sich in vollkommener handwerklicher Veredelung durch Gravuren, Schliffe und Polituren beim Blick durch den Saphirglasboden.20120618-170324Der Datograph Auf & Ab besticht durch die neue Gangreserveanzeige bei der „6“. Sie verrät, wie viel von der auf 60 Stunden verlängerten Gangreserve noch zur Verfügung steht. Mithilfe seines raffinierten Flyback-Mechanismus sind unmittelbar auf- einander folgende Zeitmessungen möglich. Das gleichseitige Dreieck, gebildet durch Großdatum, Minutenzähler und kleine Sekunde, unterstreicht die Ästhetik des Chronographen und gewährleistet eine perfekte Ablesbarkeit.20120618-170312Ästhetische Präzision ist auch das Stichwort für das „Blaue Wunder“. Selbst nach 120Jahren schwebt das Bauwerk als historisches Wahrzeichen sächsischer Ingenieurskunst über der Elbe und gilt als eines der beliebtesten Ausflugsziele und Fotomotive für Reisende aus aller Welt.20120618-170344