Lange Aficionado V 2.0

Mein A. Lange & Söhne Blog „Lange Aficionado“ ist auf einen neuen Server umgezogen.

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Nun ist nicht nur eine neue Blog-Software installiert, welche die Optik und die Benutzung des Blogs noch besser und leichter macht. Zudem wird der Lange-Blog in wenigen Tagen zweisprachig, in Englisch und Deutsch, erscheinen.

Lange Aficionado

Dies ist der Tatsache geschuldet, dass dieser Blog vor allem auf der arabischen Halbinsel und in Asien einen überwältigenden Zuspruch erfährt.

Viel Spaß bei der Lektüre weiterhin!

Niemals stehen bleiben

Vor 25 Jahren schuf die Deutsche Einheit die Voraussetzungen für den Neustart von A. Lange & Söhne. Das Jubiläum bietet den willkommenen Anlass für einen Blick nach vorn. Die neue LANGE 1 steht für den Erfolg und die Zukunft von A. Lange & Söhne.

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„Der Zug der Zeit ist ein Zug, der seine Schienen vor sich her rollt. Der Fluss der Zeit ist ein Fluss, der seine Ufer mitführt.“ Das Zitat aus Robert Musils Jahrhundertroman „Der Mann ohne Eigenschaften“ liefert eine treffende Beschreibung für die Situation in Deutschland im Herbst 1990. Aufbruchstimmung und Ungewissheit prägten die Atmosphäre im Jahr der Wiedervereinigung. Ungeahnte Möglichkeiten taten sich auf. Die Herausforderung bestand darin, zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung zu treffen. Niemals stehen bleiben, Seite 2 Das galt auch für Walter Langes Plan, A. Lange & Söhne nach dem Fall der Mauer neu zu gründen. Für das ehrgeizige Vorhaben gab es weder eine Blaupause noch einen Leitfaden. Vielmehr bedurfte es völlig neuer Ansätze und Ideen. Fantasie, Mut und Entschlossenheit führten am 7. Dezember 1990 zur Gründung der neuen Lange-Manufaktur und vier Jahre später zur glanzvollen Vorstellung der ersten neuen Kollektion. Planvoll und zielstrebig hat sich das Unternehmen nach dem Anfangserfolg weiterentwickelt. Doch vor allem ist es gelungen, den Pioniergeist der Anfangszeit zu bewahren, um aus ihm heraus die Zukunft zu gestalten. Die zur Ikone gewordene LANGE 1 hat den Aufstieg des sächsischen Unternehmens am stärksten beflügelt. Und mit dem gleichzeitig vorgestellten TOURBILLON „Pour le Mérite“ und seinem einzigartigen Antrieb über Kette und Schnecke war A. Lange & Söhne schon im ersten Anlauf in den Olymp der Haute Horlogerie aufgestiegen. Die Produktion eigener Unruhspiralen demonstrierte der Fachwelt 2003 eindrucksvoll, wie Lange seine Know-how-Basis dauerhaft und nachhaltig zu stärken gedachte. Die Unruh ist der Taktgeber einer Uhr und bestimmt ihre Genauigkeit. Sie ist immer in Bewegung. Das ebenso kleine wie wichtige Bauteil wurde zum Symbol der Manufaktur. „Niemals stehen bleiben“, lautet die Maxime. Für Lange-CEO Wilhelm Schmid bedeutet das, „dass wir ständig nach Innovationen und Verbesserungen suchen, denn nur so wird es uns gelingen, unsere Spitzenposition weiter auszubauen“. Mit komplizierten und raffinierten Konstruktionen gibt A. Lange & Söhne der Feinuhrmacherei ständig neue Impulse. Der ersten Großdatumsanzeige in einer Serienarmbanduhr folgten weitere Meilensteine: ZERO-RESET-Rückstellmechanismus, ein Doppel-Rattrapante-Chronograph, ein Monatswerk mit patentiertem Nachspannwerk, der erste Sekundenstopp für das Tourbillon, eine exakt springende Ziffernanzeige, eine orbitale Mondphasenanzeige und – ganz aktuell – die erste Kombination von Sprungziffernanzeige und dezimaler Minutenrepetition. 25 Jahre nach der Neugründung präsentiert sich A. Lange & Söhne als eine Uhrenmarke, die sich nicht auf ihrer Tradition und ihren Erfolgen ausruht, sondern die Feinuhrmacherei als ständige Herausforderung versteht. Ihre Werte begleiten sie dabei als Kompass, um diesen Kurs erfolgreich fortzusetzen.

Datograph Flyback – alt vs. neu

Der Datograph Flyback, seit 1999 in der Kollektion von A. Lange & Söhne verankert, ist sicher eines der bekanntesten Modelle der Glashütter Uhrenmanufaktur. Und es war das erste, von Grund auf im eigenen Haus konstruierte Chronographenkaliber.

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Der Datograph kann zu Recht als einer der besten Chronographen bezeichnet werden, die es auf dem Markt gibt. Technische Finessen wie das Großdatum, das Schaltrad, der Flyback-Mechanismus oder der exakt springende Minutenzeiger des Chronographen sind in den Kalibern L951.1 beim alten und L951.6 beim neuen Datographen realisiert worden. Und das in höchst ästhetischer Art und Weise.
IMG_4786Mehr zu den technischen Finessen habe ich hier in diesem Blog geschrieben:

Die technischen Finessen des Datograph Flyback

Im Jahr 2012 dann, nach dreizehn Jahren im Programm, brachte A. Lange & Söhne einen runderneuerten Datographen heraus.
IMG_4784Auf den ersten Blick fallen das geänderte Zifferblattdesign und die Gangreserveanzeige bei 6 Uhr auf, die dem neuen Modell den Zusatz „Auf & Ab“ verleiht. Auf dem Zifferblatt fehlen die römischen Zahlen. Insgesamt wirkt es frischer und jünger.
IMG_4783 IMG_4782Im direkten Vergleich der beiden Datographen-Generationen fällt das um etwas mehr als 1 mm größere Gehäuse auf.
IMG_4799Die Anzahl der Werkteile stieg von 405 Einzelteilen beim Kaliber L951.1 auf 451 Einzelteile bei neuen Kaliber L951.6. Dieses Mehr an Einzelteilen ist vor allem der Gangreserveanzeige geschuldet.
IMG_4806Auf den ersten Blick also vorwiegend optische Retuschen und eine neue Gangreserveanzeige, die bei einer Handaufzug-Uhr sehr sinnvoll ist?
Lange wäre nicht Lange, wenn das alles gewesen wäre. Der Blick auf die technischen Details verrät weitere Änderungen, die einer konsequenten Optimierung der Uhr und vor allem des Uhrwerkes geschuldet sind. Die Gangreserve stieg von 36 Stunden auf 60 Stunden, die Anzahl der Lagersteine um sechs auf insgesamt 46.
Dabei blieb das neue Kaliber erstaunlicherweise mit 6,5 mm genauso hoch wie der Vorgänger.
IMG_4802Doch man erkennt die Detailoptimierungen der Uhr erst wenn man sich die Rückseiten der beiden Modelle intensiv anschaut, was nebenbei bemerkt ein wahres Vergnügen ist.
In der Folge gehe ich auf die sichtbaren technischen Unterschiede der beiden Kaliber näher ein.

Lange verwendet im alten Datograph eine Schraubenunruh und eine Spirale, die nicht inhouse ist.

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Im neuen Datograph hingegen wird eine Exzenter-Unruh und eine freischwingende Lange-Spirale verwendet.

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Im Kaliber L951.6 finden sich weitere Optimierungen, die ich in den folgenden Vergleichsbilder (jeweils L951.1 links und L951.6 rechts) darstellen werde:

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Abschließend zeige ich die alte und die neue Generation des Datograph Flyback in einigen vergleichenden Bildern.
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In meinen Augen ist A. Lange & Söhne etwas sehr schweres sehr gut gelungen: die Modernisierung eines Klassikers, ohne dessen Status als Klassiker zu zerstören.
Sinnvolle und stilsichere Optimierung dort, wo es sinnvoll und angebracht war gepaart mit dem Erhalt von wesentlichen Stilelementen, welche die Datographen unverwechselbar machen.
Vom alten wie vom aktuellen Datographen existieren, neben den Platinmodellen, auch Modelle im Goldgehäuse.
Im Fall des neuen Datographen ist dies die reizvolle Rotgoldvariante mit schwarzem Blatt.
A.-Lange-Sohne-Datograph-Up-Down-Pink-Gold-2015-3[1] A.-Lange-SIHH-2015-Datograph-AUFAB-header[1] ALS_405_031_M04_a6-1500[1]Alle Varianten des Datographen Flyback, alt wie neu, habe ich hier in diesem Blog dargestellt:
A. Lange & Söhne – Datograph Flyback
Manch einer wird den alten Datographen mit seinen römischen Ziffern und dem vielleicht etwas sympathischeren Gesicht favorisieren, andere den neuen Datographen mit seinen unbestrittenen technischen Vorzügen. Ganz gleich welche Generation man besser finden mag, eines eint sie alle: die Faszination und die Begeisterung für einen der besten Chronographen unserer Zeit: den Datograph Flyback von A. Lange & Söhne.