Lange 1 – Moon

Lange 1 – Moon

Die Lange 1 ist das Gesicht der traditionsreichen Uhrenmarke aus Glashütte. Seit der Wiedergeburt der Marke im Jahr 1994 prägt das „Gesicht“ der Lange 1 das Verständnis einer Lange-Uhr.

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Elemente wie das Großdatum, die Anordnung der Anzeigen auf dem Zifferblatt oder aber, beim Anblick der Rückseite, die Dreiviertelplatine aus naturbelassenem Neusilber, die verschraubten Goldchatons oder der von Hand gravierte Unruhkloben sind typisch Lange. Aber es wäre sehr oberflächlich, nur der optischen Erscheinung Beachtung zu schenken. Die Lange 1 ist durch und durch Lange und das bis ins kleinste Detail, selbst wenn der stolze Besitzer einer Lange dieses nie zu Gesicht bekommen wird.

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Und so ist die Lange 1 die Uhrenlinie, die komplett durchgängig, seit 1994, gebaut wird und mittlerweile eine interessante Erweiterung der Produktfamilie erfahren hat.

Die Geschichte der Lange 1 habe ich in diesem Blog ebenso bereits beschrieben:

Die Lange 1

wie auch die verschiedenen, heute bekannten Referenzen der „normalen“ Lange 1:

Lange 1 – die Referenzen

In diesem Artikel soll es in ausführlicher Form um das vielleicht Schönste aller Lange 1 – Familienmitglieder gehen: die Lange 1 Mondphase.

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A. Lange & Söhne schafft es immer wieder, neue Funktionen und Anzeigen in bestehende Modelle zu integrieren, ohne dabei aber den klassischen Ausdruck dieser Modelle zu zerstören. Die Art, wie die Mondphasenanzeige in die Lange 1 integriert worden ist, könnte harmonischer nicht sein.

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Ein weiteres, schönes Beispiel ist die Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender aus dem Jahr 2014. Hier hat man in Glashütte das Kunststück geschafft, die verschiedenen Anzeigen des ewigen Kalendariums derart zu integrieren, dass weder die Proportionen noch der Wiedererkennungswert der Uhr gelitten hätte.

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2002 – die Lange 1 Mondphase

Im Jahr 2002, also gut acht Jahre nach Einführung der Lange 1, hat A. Lange & Söhne auf dem SIHH die Lange 1 Mondphase präsentiert. Und das Modell gefiel sofort! Ursprünglich gab es drei Versionen des Modells:

die Ref. 109.021

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und, als Ergänzung, mit Gelbgoldband (Ref. 109.321)

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Ref. 109.025 im Platingehäuse

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und, als Ergänzung, mit Platinband (Ref. 109.325)

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(Quelle: Luxury-Bazaar)

Ref. 109.032 im Rotgoldgehäuse

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und, als Ergänzung, mit Rotgoldband (Ref. 109.332)

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(Quelle: Luxury Bazaar)

Allen diesen Versionen gemein sind die mit Leuchtmasse belegten Zeiger

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und das Kaliber L901.5

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In diesem Kaliber arbeiten 398 effektiv zusammen, und damit 33 Teile mehr als im Kaliber L901.0 der normalen Lange 1. Dieses Mehr an Bauteilen resultiert aus dem Mechanismus der Mondphasenanzeige, die für 122 Jahre exakt die Mondphasen anzeigt, vorausgesetzt man würde die Uhr ununterbrochen tragen.

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Einige Impressionen der Lange 1 Mondphase

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2003 – Lange 1 Mondphase Luna Mundi Limited Edition 101 Exemplare

Ein Jahr nach dem Start der Lange 1 Mondphase brachte A. Lange & Söhne das Set „Luna Mundi“ auf den Markt.

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Dieses Set besteht aus zwei Uhren,

der Referenz 119.032 im Rotgoldgehäuse mit dem Titel „Southern Cross“ und dem Kaliber L901.7 mit 402 Einzelteilen

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Und der Referenz 119.026 im Weißgoldgehäuse mit dem Titel „Ursa Major“ mit dem Kaliber L901.8, ebenfalls mit 402 Einzelteilen

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Die Differenz von sechs Einzelteilen mehr als beim „Standard-Kaliber“ der Lange 1 Mondphase, dem L901.5,resultiert daraus, dass es sich hier um Versionen der „Großen Lange 1“ handelt, ebenfalls erkennbar an der Referenz 119.XXX. Von diesen Sets gab es 101 Stück.

2004 – Kleine Lange 1 Mondphase Limited Edition 300 Exemplare

Im Jahr 2004 erschien von der kleinen Lange 1 eine auf 300 Exemplare limitierte Serie der Lange 1 Mondphase, die eine Mondphasenanzeige aus Silber zeigt

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Das dazugehörige Kaliber trägt die Bezeichnung L901.9

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2006 – Lange 1 Mondphase Dresden Set

Anlässlich des 800. Jubiläums der Stadt Dresden im Jahr 2006 wurde das sog. Dresden Set präsentiert. Dieses Set besteht aus einer besonderen Version der Lange 1 Mondphase im Rotgoldgehäuse mit schwarzem Blatt (Referent 109.033X) und einem 1815 Chronographen.

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Nur acht dieser Sets wurden ausschließlich für den japanischen Markt gefertigt.

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2008 – Lange 1 Mondphase Italia Edition 30 Exemplare

Diese Kleinstserie für den italienischen Markt kam im Weißgoldgehäuse und trug die Referenznummer 109.049. Sie hat ein weißes Blatt und gebläute Zeiger ohne die typische Leuchtmasse

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2009 – Lange 1 Mondphase Tokyo Edition 25 Exemplare

Ein Jahr später wurde dann in der Lange Boutique in Tokios Stadtteil Ginza diese auf 25 Exemplare limitierte Version ebenfalls im Weißgoldgehäuse präsentiert.

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(Quelle beide Bilder: SJX @ PuristSPro.com)

Das Besondere an dieser Uhr ist das guillochierte Zifferblatt, welches der Lange 1A und den Soirée-Versionen der „normalen“ Lange 1 ähnelt.

2014 – Große Lange 1 Mondphase

Im Jahr 2014 kam dann eine gänzlich neue Version der Lange 1 Mondphase, die „Große Lange 1 Mondphase“ heraus. Beim Anblick der Uhr fällt sofort auf, dass die Monphasenanzeige nun einen neuen Platz auf dem Zifferblatt gefunden hat.

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Diese ist jetzt nicht mehr Teil des Hilfszifferblattes der kleinen Sekunde, sondern großen Zifferblattes der Zeitanzeige. Dieses „Mehr“ an Platz nutzte man bei A, Lange & Söhne, um den Sternenhimmel rund um den Mond höchstaufwändig detaillierter darzustellen.

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Von der Großen Lange 1 Mondphase gibt es drei Versionen

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Präziser:

die Referenz 139.021 in Gelbgold

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die Referenz 139.025 in Platin

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und die Referenz 139.032 in Rotgold

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In den Uhren dieses Modells versieht das Lange-Kaliber L095.3 zuverlässig seinen Dienst.

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In diesem feinmechanischen Wunderwerk sind 446 Einzelteile vereint.

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Der Vollständigkeit halber seien noch zwei weitere Versionen der Lange 1 erwähnt. Die ebenfalls mit einer Mondphasenanzeige ausgestattet wurden.

Die kleine Lange 1 Mondphase

Auch die kleine Lange 1 gab es mit einer Mondphasenanzeige, hier, rechts im Bild, in einer besonders schönen Version gezeigt.

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Das Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender aus dem Jahr 2012

Auch diese Lange 1 „deluxe“, bereits an anderer Stelle in diesem Blog beschrieben (Link), ziert eine Mondphasenanzeige.

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In diesem Kunstwerk arbeitet das Kaliber L082.1

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Dieses Modell kommt in zwei Referenzen, die Ref. 720.025 im Platingehäuse auf 100 Uhren limitiert

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und die Referenz 720.032 im Rotgoldgehäuse, die unlimitiert ist.

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Eine ganz spezielle Version dieser kompliziertesten Lange 1 aller Zeiten ist die Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender „Handwerkskunst“ Referenz 720.048, die auf 15 Exemplare limitiert ist.

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Aktuell endet hier die Geschichte der Familienmitglieder der Lange 1-Familie, die eine Mondphasenanzeige tragen. Aber Lange wäre nicht Lange, wenn es nicht irgendwann auch diesbezüglich Zuwachs geben würde.

Ich jedenfalls bin sehr darauf gespannt und werde weiter berichten.

luxify! Lieblingsuhren – der Datograph Flyback von Sascha

Die Frage nach der Lieblingsuhr – sie stellten wir diese Woche Sascha. Wer Sascha kennt, der weiß, dass er eine Menge äußerst unterschiedlicher Uhren sein Eigen nennt. Entsprechend gespannt waren wir auf seine Antwort.

Alles begann im Jahr 1989. In diesem Jahr sollte sich mein Leben in vielerlei Hinsicht verändern. Unter anderen erwachte meine Begeisterung für schöne Uhren in diesem Jahr. Viele der wunderbaren Zeitmesser, die ich in den Auslagen der Juweliere in Bonn, meiner damaligen Heimat, mit schöner Regelmäßigkeit anschaute und mir förmlich „die Nase an den Schaufenstern platt drückte“, waren für einen Schüler wie mich in unerreichbarer Ferne.

Ich erinnere mich genau an zwei Begebenheiten: zum einen stand da in einem Schaufenster, zwischen all den polierten und zum großen Teil im Edelmetallgewand daherkommenden Uhren eine ganz außergewöhnlich Uhr. Sie war grau, schlicht, geradezu einfach im Design. Und das Preisschild schien falsch zu sein. „5.750 Deutsche Mark“ stand da zu lesen. Das war mehr als doppelt so viel wie eine Rolex Submariner damals kostete. Es war eine IWC Ocean 2000, eine Uhr, die mich heute wie damals fasziniert, aber nicht die Uhr ist, um die es hier gehen soll.

Die zweite Begebenheit hat mit einem Bekannten meiner Eltern zu tun, der damals gerade eine Rolex Day Date in Gelbgold sein Eigen nannte und jedem erzählte, dass das Gehäuse aus einem massiven Goldbarren herausgestanzt worden sei. Die Uhr war sehr auffällig, aber auch sehr faszinierend. Damit begann mein bis heute andauerndes Interesse für die Marke Rolex. Aber auch um Rolex soll es nicht gehen, wenngleich ich die Uhren aus diesem Genfer Haus besonders zu schätzen weiß.

Meine Lieblingsuhr, gleichzeitig mein „Gral“ im Uhrenbau, ist die Uhr einer Marke, deren Wiedergeburt ich live miterleben konnte.

Als junger Student an der Medizinischen Fakultät der technischen Universität Dresden erlebte ich den Neustart von A. Lange & Söhne live und direkt mit. Von Anfang an fuhr ich regelmäßig mit der S-Bahn von Dresden nach Glashütte und begleitete die Entwicklung  der Marke fasziniert und vor Ort. Die erste Manufakturführung folgte und spätestens ab da hatte mich A. Lange & Söhne in den Bann gezogen.

Einige Jahre später präsentierte A. Lange & Söhne dann einen Zeitmesser, der mir nicht mehr aus dem Kopf gehen sollte. Im Jahr 1999 wurde in Genf die Referenz 403.035 präsentiert. Hinter diesem schlichten Kürzel verbirgt sich eine der schönsten und besten Uhren aus deutscher Produktion, wenn nicht der Welt: der Datograph Flyback.

Sascha-Bild-1Schnell wurde mir klar: so eine willst du auch mal besitzen. Und wenn es die einzige Uhr wäre die du besitzt, diese eine soll es sein.

Der Preis dieser Uhr im Platingewand war ebenso schwindelerregend hoch wie die Ästhetik, die Qualität und die Faszination der Uhr.

Und so, nach vielen Jahren der Vorfreude mit vielen Omega-, IWC-, Jaeger-LeCoultre- und Rolex- Uhren leistete ich mir meinen Traum, den Datograph Flyback von A. Lange & Söhne aus Glashütte.

Sascha-Bild-2Bei Lange erfreut mich, dass die Uhren in  der Rückansicht meist noch schöner und interessanter sind als in der Frontalen. So auch bei meinem „Gral“

Sascha-Bild-3Das Kaliber L951.1 ist ein technischer Leckerbissen, bestehend aus 405 Einzelteilen. Alleine das Großdatum schlägt mit über 60 Einzelteilen zu Buche.

Sascha-Bild-4Das Chronographen-Kaliber feinster Machart vereint alles, was das Herz eines Uhrenliebhabers höher schlagen lässt. Schaltrad, exakt springender Stundenzähler, Flyback-Mechanismus und ein Großdatum. Optisch bestechen die Brücken aus Neusilber ebenso, wie auch die verschiedenen Schliffe und Oberflächen.

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Sascha-Bild-7Besonders schön anzusehen ist der liebevoll von Hand gravierte Unruhkloben.

Sascha-Bild-8Auf Wunsch bekommt man bei A. Lange & Söhne einen Nachweis darüber, welcher Graveur des Hauses den jeweiligen Unruhkloben graviert hat. Jeder davon ist ein Einzelstück und macht die Uhr unverwechselbar.

Und wenn man wie ich das Glück hatte, Walter Lange, den Patriarchen des Hauses A. Lange & Söhne, schon mehrfach treffen und sprechen zu dürfen, dann schafft so etwas eine Bildung zu dieser Marke, die stärker nicht sein könnte.

Daher ist meine Lieblingsuhr eindeutig der Datograph Flyback

Sascha-Bild-9Anmerkung: oft wird von „Exit-Watch“ gesprochen. Der Datograph hat sicher das Potenzial dazu. Aber die Faszination für schöne und hochwertige mechanische Uhren, die mich nun schon mehr als ein viertel Jahrhundert begleitet, ist bei mir  nach wie vor ungebrochen da. Nicht zuletzt deswegen bin ich in einem so tollen Forum wie R-L-X, nahezu seit dessen Gründung, aktiv. Und exakt aus diesem Grund interessiere ich mich auch weiterhin für die tollen Uhren von Rolex et. al., ohne dabei aber meinen „Gral“ aus Glashütte zu vergessen.

Erschienen ist dieser Artikel auf luxify!, dem Lifestyle-Magazin von http://www.r-l-x.de:

Lieblingsuhren – der Datograph Flyback von Sascha

Lange 1 – deluxe

Lange 1 – Deluxe

Deluxe – diese Bezeichnung verdient ganz sicher jede einzelne Uhr aus dem Hause A. Lange & Söhne. Derart viel technische Finesse steckt in den Uhren, realisiert in besten Materialien und bearbeitet von geschulter Hand.

Und doch gibt es Lange – Uhren, die aus dem Sortiment der traditionsreichen Glashütter Manufaktur herausstechen.

Die Modelle mit Tourbillon tun das ganz sicher. Dieser kleine, mechanische Wirbelwind zieht nahezu jeden in seinen Bann. Dabei ist die komplexe Mechanik (der Tourbillon-Mechanismus einer Lange an sich vereint über 80 meist winzige Bauteile auf kleinstem Raum) auf den ersten Blick kaum als Solche zu erkennen.

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Diese Drehgestelle kommen aus einer Zeit, in der die Menschen Taschenuhren trugen. Armbanduhren waren noch nicht erfunden. Die Taschenuhren, A. Lange & Söhne hat viele wunderbare, teils höchst komplizierte Stücke wie die Taschenuhr No. 42500 hervorgebracht, wurden meist in einer kleinen Tasche der Weste getragen und befanden sich so nahezu ständig in eine Lage, nämlich aufrecht stehend.

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Im Gegensatz dazu ändert eine Armbanduhr infolge der Armbewegungen ständig die Lage. Mechanische Uhren weisen, je nach Lage, Gangabweichungen auf. Bei einer Armbanduhr kompensieren sich diese Abweichungen über die ständig wechselnden Lagen. Bei einer Taschenuhr hingegen ist diese Kompensation der Fehler ohne weiteres möglich. Also wurde das Tourbillon entwickelt, ein Drehgestell, in dem sich die Unruh dreht. Meist absolviert ein Tourbillon eine vollständige Umdrehung pro Minute, Varianten sind möglich (Halbminuten-Tourbillon, Drehung um verschiedene Achsen). So hilft ein Tourbillon, die Lagenabweichungen zu kompensieren, selbst wenn die Uhr ständig in einer Lage getragen wird.

Schnell wird klar, dass eine solche Mechanik in einer Armbanduhr wenig Effekt bringen wird. Und so ist denn auch die Realisierung eines Tourbillons in einer Armbanduhr heutzutage eher ein Ausdruck höchster uhrmacherischer Kompetenz denn eine technische Notwendigkeit.

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Und nur die besten, oder besser: kompetentesten Uhrenmarken können solch einen Mechanismus realisieren. Interessant ist, wie die Marken im Detail Veränderungen und Optimierungen dieses Mechanismus, angepasst an die heutigen Möglichkeiten, vornehmen.

Das Lange 1 Tourbillon in allen ihren Varianten ist ein gutes Beispiel dafür. Und daher soll es in diesem Beitrag um diese Modelle aus dem Hause A. Lange & Söhne gehen.

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Die Tradition der Tourbillons reicht bei A. Lange & Söhne sehr weit zurück. Wunderbare Taschenuhren mit Tourbillons kann man heute in Uhrenmuseen oder dem Mathematisch Physikalischen Salon im Dresdner Zwinger bewundern.

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Und auch die Neuzeit der Marke ab 1994 ist geprägt von Tourbillons.

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So war eine der vier Modelle der ersten Kollektion der Lange´schen Neuzeit das Tourbillon Pour Le Merite, dem aber ein eigener Artikel zusteht.

A. Lange & Söhne – Tourbillon

Und auch der bekannte Lange Aficionado Peter Chong hat ein Faible für Tourbillons, wie sein Buch über die Pour Le Merite Modelle von lange zeigt.

Pour Le Merite von Peter Chong

2000: das Lange 1 Tourbillon

Lange brachte das erste Lange 1 Tourbillon im Jahr 2000 auf den Markt. In einer limitierten Serie von 150 Platinuhren (Ref. 704.025) und 250 Rotgolduhren (Ref. 704.032) löste dieses Lange 1 absolute Begeisterung aus. Die Lange 1 ist das Gesicht der Marke Lange, der Archetypus der modernen Lange-Uhr, vereint sie doch alle Tugenden des Hauses in sich. Und diesem Modell wurde der Tourbillonmechanismus als Ergänzung in einer Art mitgegeben, die harmonischer nicht hätte sein können.

Die Referenz 704.025, auf 150 Uhren limitiert.

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Und die Referenz 704.032, auf 250 Uhren limitiert.

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In beiden Uhren versieht das Lange-Manufakturkaliber L961.1 seinen Dienst.

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Dieses mikromechanische Wunderwerk setzt sich aus 378 Einzelteilen zusammen, alleine der Mechanismus des Tourbillons besteht in diesem Kaliber aus knapp 80 Einzelteilen.

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49 Lagersteine sorgen für einen reibungsarmen Gang der Uhr.

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Diese erste, 38,5mm im Durchmesser große und 10mm hohe Version des Lange 1 Tourbillons wurde bis etwa 2003 gebaut.

Dann mussten die Lange-Liebhaber geschlagene 7 Jahre warten. Im Jahr 2010 folgte die Präsentation der nächsten Variante des Lange 1 Tourbillons.

2010 – das Lange 1 Tourbillon „Homage to F.A. Lange“

Das Jahr 2010 stand bei Lange gänzlich im Zeichen des 165. Geburtstages von F.A. Lange, dem Gründer des Hauses. Das neue Lange 1 Tourbillon mit der Referenz 722.050 wurde als Teile einer Trilogie an Jubiläumsuhren präsentiert, war aber auch solitär erhältlich, wenn man denn eines der 150 Exemplare der Edition abbekam.

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Auch beim optischen Auftritt der Uhr scheute Lange keine Mühen. So wurde erstmalig als Gehäusematerial das sog. Honig-Gold verwendet. Die Bezeichnung deutet auf den Farbton der Legierung hin, die zudem kratzunempfindlicher als andere Goldlegierungen.

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Auch bei der Verzierung des Uhrwerkes, dem Kaliber L961.2, hat Lange ganz Arbeit geliefert.

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Aber auch technisch hat Lange etwas am Werk verändert, wie man an der gestiegenen Anzahl an Einzelkomponenten von 381 Teilen (vs. 378 beim Kaliber L 961.1) unschwer erkennen kann.

Lange ergänze dieses Tourbillon mit einem sehr praktischen Mechanismus, der dem Kaliber L961.1 noch fehlte: einem Sekundenstopp. Dieser lässt sich bei einem Torubillon nicht ganz ohne Schwierigkeiten und Aufwand realisieren.

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Lange greift hier auf zwei Federarme zurück, die sich beim Ziehen der Krone außen an die Unruh legen und diese bis zum Stillstand abbremsen.

Hier an einem Modell dargestellt: die Federn (links oben) liegen nicht an, die Uhruh kann schwingen

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Und bei gezogener Krone, die Federn liegen an, die Unruh steht

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So konnte nun auch das Lange 1 Tourbillon sekundengenau eingestellt werden.

Mittlerweile hat A. Lange & Söhne diesem Sekundenstopp beim Tourbillon bei einigen Modellen wie dem 1815 Tourbillon noch einen Nullstell-Mechanismus zur Seite gestellt, so dass beim Ziehen der Krone nicht nur die Uhr angehalten, sondern auch der Sekundenzeiger „auf null“ gestellt wird.

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Mehr Funktionalität geht kaum. Doch zurück zum Lange 1 Tourbillon.

Das Lange 1 Tourbillon „Homage to F.A. Lange“ ist ein echter Augenschmaus!

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Und noch etwas fällt im Vergleich zum Lange 1 Tourbillon von 2000 auf: der Zifferblattausschnitt, durch den man das Tourbillon bei der Drehung beobachten kann, ist größer geworden.

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Das ging nur, indem man bei Lange die Einerscheibe des Großdatums transparent ausgeführt hat. Normalerweise würde diese den Blick im oberen Teil des Ausschnittes verdecken. Enorm viel Aufwand, aber typisch Lange.

2012 – das Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender

Im Jahr 2012 ergänzte Lange die Lange 1 Tourbillon-Familie mit einer Variante, die optisch aus dem Rahmen fiel.

Die Herausforderung bestand darin, die Anzeigen eines Ewigen Kalenders optisch ansprechend auf das Zifferblatt der Lange 1 zu bringen. Und man entscheid sich zu einem, wie ich finde, mutigen Schritt: die Öffnung im Zifferblatt, durch die man bei den anderen Lange 1 Tourbillons das Drehgestell auch bei angelegter Uhr beobeachten konnte, wurde weggelassen. Sprich: auf den ersten Blick erkennt der Laie gar nicht, dass es sich um ein Tourbillon handelt.

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Lediglich ein kleiner Schriftzug auf dem Blatt zeigt, dass es sich um ein Tourbillon handelt

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Nur in der Rückansicht kann man sofort erkennen, dass es sich um ein Tourbillon handelt. Und, dass es ein Automatikkaliber ist. Das Kaliber L082.1 ist ein wunderschönes Automatikwerk, welches seine 624 Einzelteile und 76 Lagersteine, von denen fünf verschraubt sind, wunderbar vereint.

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Dieses Kaliber bekam sowohl den Sekundenstopp-Mechanismus als auch den Nullstell-Mechanismus, wie weiter oben beschrieben.

Hier eine beeindruckende Explosionszeichnung des Kalibers, anhand der man die Komplexität des Uhrwerkes erahnen kann.

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Die folgende Ansicht zeigt anschaulich die Teile des ewigen Kalendariums, welches Lange in der Darstellung neu interpretiert hat.

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Hier der Mechanismus eingebettet in das Uhrwerk

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Von dieser Uhr gibt es zwei Varianten:

die auf 100 Exemplare limitierte Platinvariante mit der Referenz 720.025

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und die unlimitierte rotgoldene Referenz 720.032

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Auch in der Größe unterscheidet sich dieses neue Modell von den Vorgängern. Der Ewige Kalender benötigt Platz und so wuchs die Uhr auf angenehme 41,9mm im Durchmesser und 12,2mm in der Höhe.

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2013 – das Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender Handwerkskunst

Im Jahr 2013 feierte man bei A. Lange & Söhne die Handwerkskunst. Und so entstanden ganz besondere Modelle, bei denen seltene und vor allem aufwändige Handwerkskünste Anwendung fanden wie die Lange Zeitwerk „Handwerkskunst“, das Richard Lange Tourbillon Pour le Mérite „Handwerkskunst“ oder das Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender „Handwerkskunst“.

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Kennzeichen aller „Handwerkskunst“-Modelle von lange ist also eine ungeheuer aufwändige Bearbeitung der Teile der Uhr über Gravuren verschiedenster Art, die viele hundert Stunden zusätzlicher Arbeit bedeuten.

Das Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender „Handwerkskunst“ mit der Referenz 720.048 ist eine echte Augenweide. Die Uhr ist auf 15 Exemplare limitiert.

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Im Jahr 2014 nun folgte der vorerst letzte Schritt in der Evolution der Lange 1 Tourbillon-Geschichte.

2014 – das Lange 1 Tourbillon „Handwerkskunst“

Diese Uhr ist nicht mit der oben beschriebenen Ref. 720.048 zu verwechseln. Beide tragen den Zusatz „Handwerkskunst“, allerdings handelt es sich bei der Uhr aus dem Jahr 2014 nicht um einen Ewigen Kalender. Lange spendierte dem „normalen“ Lange 1 Tourbillon im Platingewand ein schwarzes Emaille-Zifferblatt und ein wunderschön graviertes Uhrwerk, welches nun die Bezeichnung L961.3 trägt.

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Das Uhrwerk vereint 478 Einzelteile und nun 51 Lagersteine, darunter zwei Diamanten, in sich. Sie zeigt wieder die klassischen Dimensionen der ersten Versionen des Lange 1 Tourbillons. Von dieser Referenz 704.048F, die ausschließlich in den A. Lange & Söhne Boutiquen zu kaufen war, gab es nur 20 Exemplare. Und diese Zahl erscheint logisch wenn man weiß, dass diese Uhr im Jahr des zwanzigsten Jubiläums der Lange 1 präsentiert worden ist.

Ich bin sehr gespannt, wie es mit der Modellfamilie des Lange 1 Tourbillons weitergeht. Lange wird sich sehr sicher noch Einiges einfallen lassen!

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A. Lange & Söhne – kompliziert

Lange & Söhne – kompliziert

Die Uhrenmarke A. Lange & Söhne ist bekannt für ihre einzigartigen, höchst komplexen mechanischen Uhren. Für einen Laien, selbst für Liebhaber mechanischer Uhren, sind die technischen Finessen der Konstrukteure, Ingenieure und Uhrmacher aus Glashütte oft kompliziert zu verstehen.

So gesehen ist jede Uhr aus dem Hause A. Lange & Söhne eine Komplikation für sich. Und doch gibt es bei Lange Uhren, die in ganz besonderer Art und Weise kompliziert sind. Und um diese Uhren soll es in diesem Beitrag gehen. Eine Grand(e) Complication ist für jede Uhrenmarke quasi der Ritterschlag. Wer so eine Uhr konstruieren und bauen kann, der gehört unbestritten zur Elite im Uhrenbau. Die Marke A. Lange & Söhne ist unbestritten ein Teil eben dieser Elite, und dass nicht erst seit der Wiedergeburt der Marke im Jahr 1994.

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Bereits 1902 entstand bei A. Lange & Söhne eines dieser faszinierenden mechanischen Wunderwerke in Form einer ganz besonderen Taschenuhr, die in den folgenden 100 Jahren eine sehr interessante Geschichte durchleben sollte. Und die im Verlaufe dieser Geschichte nahezu vollständig in Folge eines Wassereinbruchs zerstört wurde.

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Die Wiedergeburt dieser komplizierten Uhr in Ateliers von Lange erinnerst stark an die Wiedergeburt der Marke an sich. 1945, durch Bomben in Schutt und Asche gelegt, wurde die Marke Anfang der 1990´er Jahre wiederbelebt. Bewährte Traditionen wurden bewahrt und durch Möglichkeiten auf dem aktuellen Stand ergänzt.

So war es auch bei der Taschenuhr No. 42500. Alles, was sich an alten Teilen erhalten ließ wurde erhalten. Komplett zerstörte Bauteile mit den heutigen Möglichkeiten ersetzt. So entstand eine Uhr in der alten Tradition von A. Lange & Söhne, wiederbelebt mit den heutigen Möglichkeiten.

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Die Restaurierung dieser Uhr wurde sogar ein Buch gewidmet.

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Ich habe in diesem Blog bereits einen detaillierten Artikel zur Restauration dieses wunderbaren Stücks Lange´scher Geschichte verfasst

Langes Wunderwerk

Typisch Lange ist, dass man die Tradition dieser Taschenuhr in die heutige Zeit übertragen hat und eine weitere Grand Complication entstehen ließ. Diese Uhr stellt ein symbolisches Bindeglied zwischen der reichen Tradition der Glashütter Uhrenmarke und der Neuzeit dar. Und so wurden sowohl im Design als auch in der Umsetzung Aspekte der Taschenuhr aufgegriffen, ohne dass dabei lediglich eine Kopie der alten Uhr entstanden ist. Vielmehr ist ein eigenständiges, wunderbares mikromechanisches Kunstwerk entstanden. Und um dieses soll es in der Folge gehen.

Die Grand Complication Ref. 912.032

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Den Uhren mit dem Titel „Grand(e) Complication“ ist gemein, dass sie weit mehr als nur die Zeit anzeigen können. Über der sehr komplexe, bisweilen sogar komplizierte Mechanismen kommen weitere Funktionen wie eine akustische Zeitanzeige (Schlagwerk), eine Zeitmessfunktion (Chronograph) oder etwa ein ewiges Kalendarium hinzu.

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Die im Jahr 2013 präsentierte Grand Complication Ref. 912.032 im oben Bild als übergroßes Modell auf dem Lange-Messestand des SIHH 2013 in Genf zu sehen, wurde von den kreativen Köpfen bei Lange in Glashütte mit den folgenden Funktionen ausgestattet

  • Zeitanzeige mit Stunde und Minute
  • Schlagwerk mit großem und kleinen Geläut
  • Minutenrepetition
  • Rattrapante-Chronograph mit Minutenzähler und blitzender Sekunde
  • Ewiger Kalender mit Datum, Wochentag, Monat im Vierjahreszyklus
  • Mondphasenanzeige

Entstanden ist eine grandiose Uhr im 50 mm messenden Rotgoldgehäuse, welches das Manufakturkaliber L1902 einfasst. Dieses Kaliber besteht aus nicht weniger als 876 Einzelteilen und 67 Lagersteinen, von denen 7 in Goldchatons verschraubt worden sind. Ich denke alleine daraus erklärt sich der Name Grand Complication anschaulich. Die Höhe der Uhr von etwas über 20mm trägt sicher auch dazu bei. Aber derart viel Technik benötigt eben Platz. Und Resonanzraum für den Klang.

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Die Uhrmacher bei Lange benötigen nahezu ein komplettes Jahr für die Fertigung einer solchen Uhr. Unzählige Arbeitsstunden werden in die Bearbeitung dieser, zum Teil winzigen Einzelteile, zu deren Zusammenfügen in Baugruppen und zum immer währenden Überprüfen der Funktion der einzelnen Baugruppen und des Gesamtmechanismus investiert.

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Wie nah man sich in Glashütte am Original, der Taschenuhr No. 42500, orientiert hat zeigen die folgenden zwei Bilder.

Die Taschenuhr No. 42500

a-lange-sohne-grande-complication-42500-cadran[1]Die Ref. 912.032 aus dem Jahr 2013

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Ich möchte versuchen, die technischen Finessen dieser Uhr möglichst anschaulich zu erläutern. Zumindest bei mir ruft das Verständnis derartiger Lösungen höchsten Respekt, Anerkennung und Faszination für die Marke und ihre Mitarbeiter hervor. Und daraus resultiert dann echte Leidenschaft.

Das Schlagwerk

Die Grand Complication schlägt selbstständig alle 15 Minuten die Stunden und die Viertelstunden (Großes Geläut) oder alle 15 Minuten nur die Viertelstunden und zu vollen Stunden zusätzlich die Stunden (kleines Geläut). Mit einem Umschalter am unteren Gehäuserand kann man zwischen Großem Geläut (Stellung „G“) und Kleinem Geläut (Stellung „K“) wählen. Das Geläut kann mit einem Umschalter am oberen Gehäuserand ein- (Stellung „S“ = Schlagen) bzw. ausgeschaltet (Stellung „R“ = Ruhe) werden.

Über die drei Staffeln in der Mitte des Uhrwerks (siehe das folgende Bild, die dunkelgrauen Bauteile) wird die aktuelle Uhrzeit abgetastet und an das Schlagwerk weitergegeben.

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Das Große Geläut verfügt über eine Gangreserve von 30 Stunden, das kleine Geläut von 42 Stunden. Das Laufwerk der Uhr verfügt ebenfalls über eine  Gangreserve von 30 Stunden.

Die Minutenrepetition

Die Minutenrepetition wird über eine Auslöser bei 8 Uhr betätigt. Bewegt man diesen Schieber, so wird die aktuelle Uhrzeit über tiefe Schläge (Stunden), Doppelschläge (Viertelstunden) und hohe Schläge (Minuten) akustisch angegeben. Auch der Mechanismus der Minutenrepetition tastet die aktuelle Uhrzeit über die drei Staffeln (siehe oben) ab.

Der Rattrapante-Chronograph mit Minutenzähler und blitzender Sekunde

Die Grand Complication verfügt über einen besonderen Chronographen. Man kann auch Sekundenbruchteile (blitzende Sekunde), genauer gesagt Fünftelsekunden, messen. Geschaltet wird der Chronograph ausschließlich über den oberen Drücker bei 2 Uhr. Die erste Betätigung startet den Chronographen. Die zweite Betätigung stoppt den Chronographen. über den zentralen großen Sekundenzeiger kann man die vollen, gestoppten Sekunden ablesen. Über den Minutenzähler (gebläuter Zeiger im Hilfszifferblatt oben) könne die gemessenen Minuten abgelesen werden.

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Die Fünftelsekunden werden im unteren Hilfszifferblatt angezeigt.

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Der Zeiger bewegt sind pro Sekunde in fünf Schritten einmal im Kreis des Hilfszifferblattes. Diese hochkomplexe Funktion benötigt derart viel Energie, dass sie über ein eigenes Federhaus versorgt wird.

Hier der komplette Chronographenmechanismus.

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Doch es gibt noch eine Chronographenfunktione: den Schleppzeiger oder Rattrapante. Mittel dieser Funktion können Zweischenzeiten gemessen werden. betätigt man den Drücker bei 10 Uhr bei laufendem Chronographen, so bleibt der zentrale Schlepp-Sekundenzeiger stehen (der gebläute lange Zeiger). Normalerweise befindet er sich unter dem normalen langen Chronosekundenzeiger (der Goldene). betätigt man den Drücker bei 10 Uhr erneut, so holt der gebläute Schleppzeiger den normalen Sekundenzeiger wieder ein und läuft mit ihm mit. Dieser Vorgang kann bei laufendem Chronographen beliebig oft wiederholt werden.

Der ewiger Kalender mit Datum, Wochentag, Monat im Vierjahreszyklus

Der ewige Kalender der Ref. 912.032 zeigt das Datum, den Wochentag, den Monat und das Schaltjahr an. Und das, ohne das er im Laufe der Jahre nachgestellt werden muss (vorausgesetzt, die Uhr läuft ununterbrochen). Auch die Länge des Monats Februar oder die Schaltjahre „kennt“ der Mechanismus. Realisiert wird das über die sog. 48er-Stufenscheibe (siehe das folgende Bild), die vom Datumsschalthebel abgetastet wird.

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Lediglich im Jahr 2100, in dem eine Sonderregelung des gregorianischen Kalenders gilt, muss der Kalender um einen Tag verstellt werden. In sog. Säkularjahren, die nicht durch 400 teilbar sind, entfällt das Schaltjahr.

Die Mondphasenanzeige

Die Mondphasenanzeige arbeitet ebenso „eweig“ wie exakt wie auch der Ewige Kalender.

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Nach all der Technik nun noch Impressionen des Gesamtkunstwerks

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Ich hoffe, dass ich die Einzigartigkeit dieser Uhr nachvollziehbar darstellen konnte und darüber auch ein Ahnung von der technologischen Kompetenz von A. Lange & Söhne vermitteln konnte.

Es gibt zwei Wermutstropfen bei der Ref. 912.032: es werden nur sechs Exemplare gebaut. Und jedes Einzelne wird etwas über 1,9 Millionen Euro kosten. Darüber nachdenken braucht man aber nicht. Es gab weit mehr Interessenten als Uhren. Alle sechs Exemplare sind längst verkauft.

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Ich bin sehr gespannt, mit welchen tollen Uhren uns Lange künftig noch begeistern wird…!

 

A. Lange & Söhne – digital

A. Lange & Söhne – digital

Gibt es Digitaluhren von A. Lange & Söhne aus Glashütte? Auf den ersten Blick mag diese Frage etwas absurd wirken. A. Lange & Söhne ist der Inbegriff für feine mechanischen Uhren, die kleinen Kunstwerken gleichen.

Wie passt da „digital“?

Seit dem Jahr 2009 passt digital perfekt zu A. Lange & Söhne. Im Januar 2009 präsentierte die sächsische Uhrenmanufaktur eine Uhr die „typisch Lange“ ist: sie faszinierte sofort, zeigte ungewöhnliche technische Lösungen und bewegte ich hinsichtlich Qualität und Anmutung auf allerhöchstem Niveau:

die Lange Zeitwerk

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Mit dem Modell Zeitwerk präsentierte Lange eine Uhr, bei welcher die Stunden und Minuten digital über Zahlenscheiben angezeigt werden. Die Uhr ist nicht nur in Optik und Machart einzigartig. Sie bietet auch technische Finessen, welche die überragende Kompetenz der Marke im Uhrenbau erneut unter Beweis stellt.

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Mich fasziniert wie es Lange mit nahezu jedem neuen Modell schafft, wunderbare technische Lösungen zu finden, die dann die Funktion der Uhr optimieren. Da hat alles seinen Sinn. Doch meist bekommt der „normale“ Besitzer so einer mikromechanischen Präziose gar nicht mit, was genau er da technisch gesehen am Arm trägt.

a-lange-sohne-lange-zeitwerk-06Für mich ist es gerade diese technische Kompetenz und die Art, wie Lange eben diese „verpackt“. Das macht Lange unerreicht und einzigartig.

In diesem Artikel solle es also um die Lange Zeitwerk in all ihren Varianten gehen. Ich möchte versuchen, meine eigene Begeisterung für die Marke und das Modell zu transportieren. Und es soll um die Technik der verschiedenen Modelle der Zeitwerk-Familie gehen, denn seit 2009 hat Lange einige Versionen der Zeitwerk präsentiert.

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Lange präsentierte also im Jahr 2009 die Zeitwerk und die Uhr war wie ein Paukenschlag. Sie war einerseits komplett anders als alles, was Lange bis dahin gemacht hat. Und doch ist es eine echte Lange. Feinste Technik, unverwechselbare und eigenständige Optik, höchste Qualität.

Sofort ins Auge fällt die Zeitbrücke, das stilbildende Element der Uhr.

Kat_09_Zeitbruecke_web-1024x819Doch diese Zeitbrücke ist weit mehr als ein Designelement. Vielmehr ist sie ein elementares Bauteil des Uhrwerks. Doch dazu später mehr.

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In 2009 brachte Lange die Zeitwerk in vier verschiedenen Gehäusematerialien auf den Markt

Ref. 140.029 im Weißgoldgehäuse, es ist die wohl bekannteste Version der Zeitwerk. Die Zeitbrücke ist aus naturbelassenem Neusilber, wie alle Brücken und Platinen des Uhrwerks.03_LANGE_ZEITWERK_140_029_FRef. 140.021 im Gelbgoldgehäuse06_LANGE_ZEITWERK_140_021_FRef. 140.032 im Rotgoldgehäuse

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Ref. 140.025 im Platingewand

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Egal in welcher Version, die Zeitwerk wirkt immer ausgewogen. Mit ihren knapp 42mm im Durchmesser und 12,6mm in der Höhe ist die Uhr sehr gut tragbar.

Wendet man die Uhr, dann erlebt man den „Lange-Effekt“. Man kann den Blick gar nicht vom Uhrwerk abwenden, so schön ist es.

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Das Kaliber ist das L043.1. Lange Aficionados wissen anhand dieser Bezeichnung, dass dieses Uhrwerk im Jahr 2004 (04) entwickelt worden ist. Es ist das dritte Uhrwerk, welches in diesem Jahr bei Lange entwickelt hat (3). Und es ist die erste Variante dieses Uhrwerks (.1).

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Das Uhrwerk besteht aus nicht weniger als 415 Einzelteilen und 68 Rubinen, zwei davon in Goldchatons verschraubt.

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Neben der Zeitanzeige über drei Zahlenscheiben

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findet man in dem Werk faszinierende technische Lösungen, die sich aus der Funktion ergeben. Das exakte Schalten der Einerscheibe jede Minute, wie auch der Zehnerscheibe alle zehn Minuten stellt ebenso einen Kraftakt für das Uhrwerk dar wie auch das Schalten der Stundenscheibe alle 60 Minuten.

Die Kraft, die für das Schalten der Scheiben plötzlich notwendig wird könnte ohne Kompensation den Gang der Uhr nachteilig beeinflussen. Daher hat Lange der Uhr ein sog. Nachspannwerk spendiert.

Hier der Aufbau der digitalen Zeitanzeige als Explosionszeichnung.

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Hier erkennt man gut, dass die Zeitbrücke tatsächlich ein statisches Element des Uhrwerkes ist: eine echte Brücke.

Damit die Minutenanzeige wie auch die Stundenanzeige exakt zum Minuten bzw. Stundenwechsel springt und sich nicht schleichend dreht ist immer zu diesen Zeitpunkten auf einen Schlag eine gewisse Portion Kraft notwendig, damit die jeweilige Scheibe um einen Schritt weiter gedreht wird. Dies realisiert A. Lange über ein Nachspannwerk. Dieses Nachspannwerk ist nicht mit dem der Lange 31 zu verwechseln.

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Das Nachspannwerk ist das Herzstück der Lange Zeitwerk und ein technischer Kniff, der eine springende Minutenscheibe und einen gleichmäßigen Gang gleichzeitig erst möglich macht. Es fungiert einerseits als Zwischenspeicher für die Federkraft, andererseits löst es die Schaltung der Minutenscheibe aus und arbeitet dabei ähnlich wie das Schlagwerk einer Großuhr mit Warnung und Abfall. Das Nachspannwerk befindet sich zwischen Federhaus und Sekundenrad, das wiederum über das Ankerrad und Anker mit der Unruh verbunden ist. Ist die Feder des Nachspannwerks (in der Grafik dunkelblau) gespannt, gibt das obere hellblaue Rad die Kraft kontinuierlich an das Sekundenrad mit der grünen Scheibe weiter. Der Steueranker blockiert den rosa Sperrfinger und hält damit über den grauen Steuertrieb auch das untere hellblaue Rad fest, das mit dem Federhaus verbunden ist. Die grüne Scheibe bewegt nach einer Minute den Steueranker und der gibt den rosa Sperrfinger frei. Dabei bewegt sich die rechte Palette des Ankers in die gelbe Sperrscheibe, die nun mit einem Trieb das untere hellblaue Rad festhält. Dabei bewegt sich dieses Rad etwas, was der Warnung entspricht. Der Hebelstein der grünen Scheibe bewegt den Anker weiter, bis die Ankergabel plötzlich von ihm abfällt und von der oberen Feder wieder nach links gedrückt wird. In diesem Moment ist weder die gelbe Sperrscheibe noch der rosa Sperrfinger blockiert. Das Federhaus dreht das untere hellblaue Rad so lange, bis der rosa Sperrfinger wieder von der linken Ankerpalette gestoppt wird. Dabei wird die Nachspannfeder wieder gespannt und über den linken Steuertrieb die Einerminutenscheibe weitergeschaltet. Die Bewegung wird dabei auf der anderen Seite von einem Windflügel, der vom gelben Rad angetrieben wird, gebremst. Die Einerminutenscheibe schaltet dann nach einer Umdrehung die Zehnerminutenscheibe weiter und diese wiederum nach einer Umdrehung die Stundenscheibe.

Hier, unter der ankerförmigen Brücke, ist ein Teil des Nachspannwerkes im Uhrwerk zu sehen.

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Eine normale Zeitanzeige über Zeiger ist, im Vergleich dazu, geradezu einfach zu realisieren. Die folgenden Zeichnungen aus der Patentschrift des Nachspannwerkes zeigen, wie komplex allein dieser Mechansimus ist. Und er ist nur ein Teil des Uhrwerks!

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Im Jahr 2010 legte A. Lange & Söhne dann nach und präsentierte eine grandiose Version der Zeitwerk: die Zeitwerk Luminous  Ref. 140.035.

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Feinmechanisch hat Lange an der Luminous im Vergleich zur „normalen“ Zeitwerk nichts verändert. Allerdings fallen sofort einige Dinge auf: die schwarze Zeitbrücke, die weißen Zahlen der Minuten- und Stundenscheiben auf schwarzem Grund und, wenn man ganz genau hinschaut, ein semi-transparentes Zifferblatt.

Der Vorteil der Uhr liegt auf der Hand, bzw. im Namen: die Uhr ist auch nachts ablesbar, da die Ziffern der Scheiben mit Leuchtmasse belegt sind. Das semi-transparente Zifferblatt ist beileibe kein Designmerkmal, sondern hat technischen Belang. Die Zahlend der Scheiben müssen belichtet werden, um bei Dunkelheit leuchten zu können. Wäre das Zifferblatt undurchsichtig, so würde sich die Leuchtmasse der Zahlen nicht mit Energie „aufladen“  können.

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Das obige Bild zeigt anschaulich, dass Lange das Zifferblatt beschichtet hat. Diese Beschichtung ähnelt der von hochwertigen Brillen. Sie lässt Licht hindurch, verwehrt aber teilweise den Blick auf das „Innenleben“ der Uhr.

Luminous

Von der Zeitwerk Luminous gab es 100 Stück im Platingehäuse.

Wiederum ein Jahr später, im Jahr 2011 präsentierte A. Lange und Söhne ein weiteres Mitglied der Zeitwerkfamilie: die Zeitwerk Striking Time.

Dieses Modell mit den Referenzen 145.025 für die Platinversion und 145.029 für die Weißgoldversion wurde, getreu dem Namen, mit einem Schlagwerk ausgestattet.

In der Ansicht von vorne sind die beiden Hämmerchen des Schlagwerkes wie auch die Tonfeder zu erkennen. Normalerweise sind diese Bauteile auf der Rückseite der Uhr. Aber Lange ist selten „normal“ – im ausschließlich positiven Sinn.

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Technisch unterscheidet sich dieses Schlagwerk von anderen Schlagwerken: die Striking Time  verfügt über einen Drücker zum Start der akustischen Zeitanzeige. Normale Schlagwerk-Uhren haben meist einen Schieber, mit dem gleichzeitig die Feder des Schlagwerkes gespannt wird.

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Die Uhr schlägt, bei eingeschaltetem Schlagwerk, alle Viertelstunden mit einem Ton und die Stunden.

In der Feinuhrmacherei ist ein solcher Viertelstundenschlag eine ebenso seltene wie nützliche Funktion – die sich auch wieder abschalten lässt: Betätigt man den Drücker bei 4 Uhr, bleibt das Schlagwerk stumm. Das lässt sich leicht kontrollieren, denn durch das Saphirglas kann man genau beobachten, wie die Hämmer von den Tonfedern weggelenkt werden. Das Gleiche geschieht übrigens auch beim Ziehen der Krone. Auf diese Weise lässt sich die Zeit in beide Richtungen frei einstellen, ohne dass der Schlagwerksmechanismus mitläuft und dabei möglicherweise blockiert.

Hier die normale Zeitwerk und die Striking Time im direkten Vergleich

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Und der Anblick täuscht nicht: die Striking Time ist ca. 2mm im Durchmesser wie gut einen halben Zentimeter in der Höhe gewachsen. Für die Entwicklung eines reinen Tons braucht man Resonanzraum. Daher wurde die Uhr in ihren Dimensionen größer.

Die Funktion des Schlagwerks im Detail:

Sichtbare Vorbereitung zum Schlag

Das Federhaus der ZEITWERK stellt für das Weiterschalten der Ziffernscheiben sehr viel Kraft zur Verfügung. Ein Teil dieser Energie wird in der ZEITWERK STRIKING TIME für den Antrieb des Schlagwerks verwendet. Gleichzeitig mit jedem Ziffernsprung rückt der Tonhammer, der als nächster schlägt, gut sichtbar einen kleinen Schritt in Richtung Uhrenmitte ein. Dabei spannt sich die Feder, die den Hammer im richtigen Moment gegen die Tonfeder schnellen lässt.

Die Funktionsweise im Detail

Der Schlagwerkmechanismus wird über eine dreizackige Schnecke (1) ausgelöst. Die drei Zacken steuern den Mechanismus des Viertelstundenhammers (2a) zur rechten Seite. Eine Ebene tiefer liegt eine vierte Sternzacke für den Stundenhammer (2b) zur linken Seite. Angetrieben durch die Schaltimpulse des Sprungziffermechanismus, dreht sich die Schnecke in einer Stunde in 60 kleinen Schritten einmal um sich selbst. Dabei lenkt eine der vier Sternzacken über einen Hebel (3a, 3b) ihren Hammer aus und spannt dabei dessen Feder. Exakt zur viertel bzw. vollen Stunde überschreitet der jeweilige Hebel den Scheitelpunkt der Sternzacke, und die Feder lässt den Hammer gegen die Tonfeder (4a, 4b) schnellen.

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Der Viertelstundenhammer kurz vor dem Schlagen (oben) zur Dreiviertelstunde und nach dem Schlagen (unten)

Die Striking Time in Platin:

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Das Kaliber der Striking Time trägt die Bezeichnung L043.2. Mit 528 Einzelteilen hat es 113 Teile mehr als die normale Zeitwerk. Und 10 Lagersteine zusätzlich.

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Lange arbeitete unermüdlich weiter und ergänzte die Zeitwerkfamilie im Jahr 2012 mit einem besonders schönen Zeitmesser, der Zeitwerk Handwerkskunst Ref.140.048

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Diese, auf 30 Uhren limitierte Serie gleicht technisch der normalen Zeitwerk. Das Zifferblatt ist von Hand aufwändig über viele Stunden graviert worden, was der Uhr eine ganz besondere Optik verleiht.

Auch das Uhrwerk, das Kaliber L 043.3, zeigt ebenfalls eine andere Finissierung der Oberflächen

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Einige weitere Impressionen der Zeitwerk Handwerkskunst

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Dann tat sich erst einmal nicht in der Lange Familie. Bis 2015. In Genf auf dem SIHH konnte man auf dem Messestand von A. Lange & Söhne unverkennbar sehen, welche Uhr im Mittelpunkt steht: die Zeitwerk Minutenrepetition

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5-A.-Lange-Söhne-The-ZEITWERK-MINUTE-REPEATER[1]Auch diese Zeitwerk mit der Referenz 147.025 im Platingewand verfügt über ein Schlagwerk, allerdings über eine „echte“ Minutenrepetition.

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Gut zu erkennen, dass die Hämmerchen nicht gegen eine aussen liegende Tonfeder schlagen wie bei der Striking Time, sondern gegen eine nach innen gebogene Feder.

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Die Dimensionen der Uhr gleichen der Striking Time. Allerdings unterscheidet sich das Uhrwerk enorm.

Das Kaliber L 043.5 verfügt über 771 Einzelteile und 93 Lagersteine! Das ist eine ganze Menge.

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Das mikromechanische Meisterwerk eingeschalt:

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Wie bereits erwähnt schlägt diese Zeitwerk als Minutenrepetition, hier ein Bespiel.maxresdefault[1]Dabei schlägt die die vollen Stunden, alle zehn Minuten und die einzelnen Minuten darüber hinaus. Der dazu notwendige, höchst komplexe Mechanismus ist im folgenden Bild dargestellt:

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Den Doppelton der Zehnerminuten schlagen beide Hämmer leicht zeitversetzt. Das in der Zeitwerk Minutenrepetition arbeitende Manufakturkaliber L043.5 wird mit äußerster Sorgfalt und höchstem Aufwand von Hand vollendet. Die Exzenterunruh mit freischwingender Unruhspirale aus eigener Fertigung oszilliert unter dem handgravierten Unruhkloben mit einer Frequenz von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde. Der klingende Zeitmesser mit einem Durchmesser von 44,2 Millimetern ist ausschließlich in Platin erhältlich. Das massiv silberne Zifferblatt ist rhodiéfarben. Markant umrahmt die Zeitbrücke aus schwarzrhodiniertem Neusilber die auf einer Ebene angeordneten Fenster der Stunden- und Minutenanzeige. Die beiden Schlaghämmer bestehen aus schwarz poliertem Stahl und sind sichtbar zu beiden Seiten der kleinen Sekunde integriert:
Links werden die Stunden und rechts die Einerminuten geschlagen; für den Doppelton der Zehnerminuten schlagen beide Hämmer leicht zeitversetzt.

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Zu guter letzt möchte ich noch die einzige, bislang gebaute Sonderedition der Zeitwerk präsentieren, die ein Einzelstück ist.

2011 hat A. Lange & Söhne die Zeitwerk Duncan Wang / Kidz Horizon mit der Referenz 140.049F gebaut, die dann zu Gunsten der Kidz Horizon Stiftung versteigert worden ist, im folgenden Bild rechts, neben der normalen Zeitwerk.

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Die Uhr bekam ein Weißgold-Gehäuse und ein graues Zifferblatt.

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Das Uhrwerk ist das Kaliber L043.1:

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Nun noch einige Detail-Impressionen der verschiedenen Mitglieder der Zeitwerk-Familie und der dazugehörenden Uhrwerke.

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Modified by CombineZP

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Ich bin mir sehr sicher, dass die Geschichte der Zeitwerk noch lange nicht zu ende ist. Lange wird sicher noch einige Ideen haben, wie man uns mit weiteren Modellen dieser Familie erfreuen kann. Da bin ich mir sehr sicher!

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Die Über-Uhr

Die Über-Uhr

Manch einer wird das kennen: man pflegt eine Liebhaberei für Kunst, Automobile, Uhren oder etwa Architektur.

Und da gibt es schöne Dinge, die man sich leisten kann. Es gibt schöne Dinge, für die man lange und hart arbeiten muss um sie sich leisten zu können. Und es gibt diese Dinge, die eine Faszination auslösen die ebenso groß ist wie deren Unerreichbarkeit.

Kunstliebhaber stehen so vor einem Picasso, Richter, Baselitz oder van Gogh. Liebhaber von Automobilen stehen so vor einem alten Bugatti oder einem Ferrari. Fasziniert, bezaubert, gebannt. Und doch ist da immer eine ehrfürchtige Distanz.

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Für  mich, als Liebhaber feiner mechanischer Uhren, gibt es natürlich auch derartige Kult-Objekte. Und da ich mich, aus alter Verbundenheit, ganz besonders für die Zeitmesser von A. Lange & Söhne aus Glashütte begeistere gibt es natürlich auch eine Uhr aus diesem Hause, die mich derart „packt“. Die Wiedergeburt der alt-ehrwürdigen Marke habe ich als Student in Dresden live und vor Ort miterleben dürfen und sie seit dem begleitet. Wer diesen Blog schon intensiver gelesen hat der weiß auch, dass ich ein ganz besonderes Faible habe: mechanische Chronographen.

Daher liegt es nahe, das mein Kultobjekt von A. Lange & Söhne der Double Split ist.

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In meiner Sammlung habe ich die kleine Schwester des Double Split: den Datographen. Ist der Datograph eine noch erreichbare Uhr, so ist der Double Split mit einem Preis um die 100.000 Euro doch sehr sehr fern. Aber mich fasziniert diese Uhr trotzdem. Und wenn sich andere Menschen nach einem Lottogewinn Häuser, Autos oder Reisen kaufen würden, so würde ich den Double Split von A. Lange & Söhne wählen.

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Alleine der Blick auf die Rückseite, der einem das Gefühl vermittelt als falle man förmlich in dieses traumhafte Uhrwerk Kaliber L001.1 hinein, kann mich für Stunden fesseln!

In diesem Artikel beschäftige ich mich also mit dem Double Split, mit seiner Geschichte, seinen Varianten und den technischen Finessen dieses Modells.

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Im Vergleich zum Datographen ist der Double Split wie eine große Schwester, von allem gibt es etwas mehr.

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Der optisch auffälligste Unterschied zu Datographen ist sicher das fehlende Großdatum. Dafür hat der Double Split andere technische Finessen, doch dazu später mehr.

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Der Double Split wurde im Januar 2004 auf dem Genfer Uhrensalon präsentiert.

lang[1] (2)Doch was war das?! Das Konzept der Uhr kam wohl an, Details des Design eher weniger. Das obige Bild zeigt den Double Split exakt so, wie er in Genf 2004 präsentiert worden ist. Doch auf den Markt kam die Ref. 404.035 in einem anderen Design. Einige Lange-Konzessionäre hatten sich offenbar kritisch über die Tachymeter-Skala und über die Art der Gangreserveanzeige geäußert. Auch die Gehäuseform stieß in Details auf Kritik. Und so wurde der Double Split vor der Auslieferung noch einmal überarbeitet. Lange hält viel von der Meinung der Händler und hört genau zu, wenn diese ihre Meinung äussern.

Hier noch einmal die erste Variante und im zweiten Bild, zum Vergleich, die finale Version, die auch in den Verkauf gekommen ist.

lang[1] (2)

d5395311a[1]Neben der geänderten Gangreserveanzeige und Tachymeterskala fallen auch die etwas in der Form geänderten Bandanstösse auf.

Nun könnte man meinen, dass es keine Uhren der ersten Version des Double Split gab. Für die Serienversion stimmt das.

2004 – die Sincere Limited Edition

Und doch gab es exakt fünf Exemplare einer Sonderserie für den Juwelier Sincere, die im Jahr 2004 ausgeliefert worden sind. Die Hilfszifferblätter dieser Limited Edition sind schwarz gehalten.

404-036Sincere 2004 5 pcs

2005 – die roségoldene Sincere Limited Edition (10 Exemplare, Ref. 404.047)

Ein weiteres, sehr selten zu findendes Sondermodell  ist diese Limited Edition. Die Uhr verfügt über ein Rotgold-Gehäuse und über ein gänzlich schwarzes Blatt.

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Double Split 1 of 30 Bild 2Offenbar gab es von dieser Sonderedition, ebenfalls für den Juwelier Sincere, 10 Exemplare. Die Gehäusenummer lässt auf 2005 schließen.

2008 – der Double Split in Edelstahl (Ref. 404.035X)

Neben dieser Sonderedition gab es im Jahr 2008 noch etwas ganz Spezielles: einen einzigen Double Split im Edelstahl-Gehäuse. Gefertigt wurde diese Uhr als Prototyp, der dann später an einen Lange-Mitarbeiter verkauft worden ist.

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Optisch ist diese seltene Stahlversion kaum von der Platinversion zu unterscheiden. Auf der Rückseite kann man es leicht erkennen: es fehlen die für Edelmetall typischen Punzen.

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Lediglich ein einziges Exemplar ist im Edelstahlgehäuse bekannt.

2008 – der Double Split Baguette

Eine, wohl auf besonderen Kundenwunsch gebaute Version des Double Split ist von Lange mit Baguette-Diamanten im Bereich der Lünette verziert worden.

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Diese Uhr, vermutlich ein Einzelstück, ist ebenfalls ca. 2008 gebaut worden.

2009 / 2010 – die Japan-Edition (Ref. 404.048F)

Etwa 2009 / 2010 wurde eine auf 10 Exemplare hergestellte Variante des Double Split im Gelbgold-Gehäuse und mit grauem Blatt für den japanischen Markt gebaut.

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Der „normale“, also unlimitierte Double Split in Platin wurde von 2004 bis 2010 gebaut.

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Von vorne wie von hinten ein Traum!

Double Spli Bild 2

2010 – der Double Split in Rotgold (Ref. 404.032)

Ein Jahr lang gab es den Double Split in Platin parallel zum neuen Datographen in Rotgold. Es war das Jahr 2010. Sofort ins Auge springt das neu gestaltete Zifferblatt.

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Zum Vergleich nochmal die „alter Version“, hier die Sonderedition für Japan

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Es fehlen dem Neuen u.a. die römischen Ziffern auf dem nun Silber-Zifferblatt. In ganz ähnlichem Design strahlte wenig später auch der runderneuerte Datograph als Version „Auf & Ab“.

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Es ist schon erstaunlich, wie so kleine Änderungen dann doch das Gesicht einer Uhr verändern!

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Am Werk änderte A. Lange & Söhne nichts. Es blieb das L001.1.

11

Doch zu den technischen Finessen später mehr! Die Kaliber-Bezeichnung verrät dem Lange-Enthusiasten, dass es im Jahr 2001 (oo1) entwickelt worden ist und dass es sich um die erste Version des Werkes handelt (.1).

Der Double Split besticht mich durch sein wirklich zeitloses Design, typisch A. Lange & Söhne.

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Und hier der Double Split mit seinem Zubehör:

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Das Kaliber L001.1

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Neben dem unverwechselbaren Design eine Lange-Uhr ist ebenso typisch für diese marke aus Glashütte, dass feinste technische Lösungen erdacht und in die Uhrwerke integriert werden. Da macht kaum jemand Lange etwas vor!

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Dieses mechanische Kunstwerk setzt sich aus 465 Einzelteilen zusammen. Jedes einzelne wird von Hand bearbeitet. Da stecken viele hundert Stunden Arbeit in jedem Double Split!

Alle Uhrwerke von Lange finden sich hier in diesem Blog in der Übersicht:

Lange – die gesammelten Werke

Der doppelte Schleppzeiger (Double Split)

Im Fall des Double Split sagt schon der Name, welche technischen Finessen zu erwarten sind. Auf deutsch ausgedrückt handelt es sich um einen Schleppzeiger-Chronographen. Beim Double Split verfügt sowohl der Sekundenzeiger des Chronographen als auch der Minutenzähler über einen Schleppzeiger. Normal ist bei Schleppzeiger-Chronos eigentlich nur der Schlepp-Sekundenzeiger. Aber „normal“ gibt es bei Lange nicht.

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Hierbei sind die gebläuten Zeiger diejenigen, die man bei stehendem und normal laufendem Chronographen sieht. Die goldenen Zeiger liegen exakt hinter den gebläuten. Betätigt man bei laufendem Chronographen nun den Drücker bei 10 Uhr, so bleiben die goldenen Zeiger stehen, wohingegen die gebläuten Zeiger weiterlaufen und weiter die Zeit messen. So kann man eine Zwischenzeit in Minuten und Sekunden messen. Drückt man den Drücker erneut, so holen die Schleppzeiger die normalen Zeiger wieder ein.

Realisiert wird das über die folgenden Bauteile:

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Hier nun die Schleppzeiger-Funktion im Detail:

Im Folgenden Bild erkennt man den Aufbau der Achsen

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Ein Rattrapante-Chronograph verfügt über zwei Zeiger, die auf ineinanderlaufenden Wellen sitzen. Im Fall des Doppel-Rattrapante-Mechanismus ist diese Anordnung zweimal vorhanden: zwei Sekundenzeiger und zwei Zeiger für den Minutenzähler. Die folgende Beschreibung für die Sekundenachse gilt sinngemäß auch für die Minutenzählerachse. Die außen liegende, hohle Chronozentrumwelle (1) trägt den Chronozentrumzeiger. Sie wird vom Uhrwerk über das Chronozentrumrad (3) angetrieben, auf dem die Kurvenscheibe (2) sitzt. Mit der Welle fest verbunden sind das Nullstellherz (4) des Chronozentrumrads sowie das Herz (5) des Rattrapante-Zentrumrads. Das Herz ist eine Kurvenscheibe, die es ermöglicht, einen Zeiger auf dem jeweils kürzesten Weg, also im oder entgegen dem Uhrzeigersinn, auf null zu stellen bzw. – im Fall des Rattrapante-Zeigers – mit dem Chronozentrumzeiger zu synchronisieren. Der über dem Chronozentrumzeiger liegende Rattrapante-Zeiger ist auf der inneren Rattrapante-Zentrumwelle (6) befestigt. Diese Welle trägt das Isolatorrad (7) und das Rattrapante-Zentrumrad (8), auf dem der Rattrapante-Herzhebel (9) sitzt.

Anlaufen und Anhalten der Rattrapante-Zeiger

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Im Ausgangszustand wird der Rattrapante-Herzhebel (9) von einer Feder (10) gegen die Flachseite des Rattrapante-Herzens (5) gedrückt. Dadurch werden die ansonsten getrennt bewegliche Chronozentrumwelle (1) und Rattrapante-Zentrumwelle (6) miteinander verbunden. Wird der Chronograph gestartet, laufen deshalb auch die Rattrapante-Zeiger mit an. Wird der Rattrapante-Drücker (11) betätigt, dreht sich das Kolonnenrad (12) ein kleines Stück. Daraufhin schließt sich die Rattrapante-Zange (13) und arretiert das Rattrapante-Zentrumrad (8). Durch eine Arretierfeder (14) wird gleichzeitig auch der Rattrapante-Minutenzähler festgehalten. Währenddessen setzen die beiden Chronozeiger ihre Bewegung fort.

Funktion des Isolator-Mechanismus

Normalerweise würde nun der Rattrapante-Herzhebel (9) auf dem Herz (5) des Rattrapante-Zentrumrads schleifen, das sich mit der Chronozentrumwelle (1) weiterbewegt. Um dies zu verhindern, haben die Meisteruhrmacher den patentierten Isolator-Mechanismus entwickelt. Mit Betätigung des Rattrapante-Drückers (11) wird auch das Isolatorsegment (16) eingeschwenkt. Durch diese Bewegung wird das Isolatorrad (7) um etwa 20 Grad verdreht. Dieses trägt auf seiner Unterseite einen Stift (17), der mit der Verdrehung den Rattrapante-Herzhebel (9) aus dem Einflussbereich des Rattrapante-Herzens (5) herausschwenkt.

Hier das Isolatorsegment

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Und seine Lage im Mechanismus (cave: die Zahlen in diesem Bild passen nicht zur Beschreibung oben!)

IMG_0001Synchronisieren der Rattrapante- und Chronozeiger

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Wird der Rattrapante-Drücker (11) ein zweites Mal betätigt, öffnet sich die Rattrapante-Zange (13), und die Arretierfeder (14) wird weggedrückt. Dadurch dreht sich das Isolatorrad (7) zurück, und der Stift (16) gibt den Rattrapante-Herzhebel (8) frei. Dieser trifft auf das Herz (5) des Rattrapante-Zentrumrads und legt sich wieder an dessen Flachseite an: Augenblicklich springt der Rattrapante-Zeiger wieder auf dieselbe Position wie der Chronozeiger.

Geschaltet werden alle Funktionen des Chronographen einschließlich der Rattrapante-Funktion über das Schaltrad

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Hier der komplette Schaltradmechanismus einschließlich der Rattrapante-Zange

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Die Zange an diesem Mechanismus (rechts im Bild) stoppt eines von zwei direkt übereinanderliegenden Zahnrädern an der Welle des Chrono-Sekundenzeigers, wenn man den Drücker bei 10 Uhr betätigt.

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Neben der doppelten Schleppzeiger Funktion weist der Double Split noch zwei weitere technische Finessen auf:

  1. den Flyback-Mechanismus
  2. und den exakt springenden Minutenzähler des Chronographen

Der Flyback-Mechanismus

Aufmerksame Leser des Blogs kennen diesen Mechanismus bereits von Datographen.

Mittels Flyback-Mechanismus kann man den laufenden Stoppsekundenzeiger “im Fluge” auf Null stellen. Läuft der Chronograph, so braucht man nur den Rückstell-Drücker bei vier Uhr Uhr betätigen und  schon schnellt der Stopp-Sekundenzeiger auf null zurück und beginnt sofort eine neue Zeitmessung. Auch der Minitenzähler des Chronographen wird auf null gesetzt. Bei einem normalen Chronographen müsste man erst den Chronographen stoppen, auf null stellen und dann wieder starten, um den gleichen Effekt zu erzielen. Kurz ausgedrückt: einen Drücker betätigen vs. dreimal verschiedene Drücker betätigen.
Und natürlich ist der dazu notwendige Mechanismus ein hoch komplexer Leckerbissen.

Der Mechanismus, zusammen mit anderen funktionalen Teilen, im Detail:
IMGIn Farbe sind die verschiedenen Teile etwas leichter zu erkennen:

1

Genauer gesagt gehört der große Hebel (Nullstellhebel, 2) ganz oben (rechts oben wäre der Rückstelldrücker (1), am Gehäuse außen bei vier Uhr, zu finden), der Hebel (Herzhebel, 3) der rechts oben neben dem Schaltrad (10) vom ersten Hebel angesteuert wird sowie die Herzscheibe (7) am Chrono-Sekundenrad (in der Bildmitte, 6) zum Flyback-Mechanismus. Darüber hinaus existiert noch der Flyback-Hebel (4), der direkt über dem Chrono-Sekundenrad (Bildmitte, 6) liegt.

Betätigt man den Rückstelldrücker (1) bei laufendem Chrono, so bewegt der vom Drücker abgehende große Nullstellhebel (2) zuerst den Flyback-Hebel (4) und wirkt als Kupplung (im Bild das Rad mit dem dreifach verschraubten Chaton, 8) und entkoppelt den Chrono-Sekundenzeiger (6) vom Eingriff der kleinen Sekunde (9). Der Chronograph stoppt kurz und dann, im Bruchteil einer Sekunde werden Sekunden- und Minutenzähler auf Null gestellt. Dies geschieht wie folgt: gleichzeitig zum Druck auf den Flybackhebel (1) betätigt der Nullstellhebel (2) auch den Herzhebel (3) daneben. Dieser Herzhebel drückt nun über seine beiden Paletten (an der rechten Flanke des Herzhebels, 5) auf die Herzscheiben der Chrono-Sekunde (in der Bildmitte, 6 und 7) und des Chrono-Minutenzählers (nicht abgebildet). Die Paletten (5) drücken solange gegen die Herzscheiben (7), bis die Zeiger auf Null stehen. Die beschriebene Bewegung der Hebel wird durch die gestrichelten Linien dargestellt.
Dies alles läuft im Bruchteil einer Sekunde ab. Lässt man den Nullstelldtrücker (1) los, so greift das Rad der kleinen Sekunde (9) sofort wieder in das Rad der Chrono-Sekunde und der Chronograph läuft wieder an. Dieser komplexe Mechanismus fasziniert mich wirklich.

Der exakt springende Minutenzähler des Chronographen

Der exakt springende Minutenzähler
Es gibt Chronographen, bei denen “schleicht” der Minutenzähler vor sich hin. Man kann in diesen Fällen kaum genau ablesen, wie viele Minuten man bereits gemessen hat.

A. Lange & Söhne realisierte beim Datographen eine exakt springenden Minutenzähler. Und natürlich steckt auch dahinter wieder jede Menge technische Finesse.

Über diesen langen Schalthebel wird der Minutenzähler exakt geschaltet. Bei normalen Chronographen würde dies über Zahnräder geschehen.
IMG_0001Und der gesamte Mechanismus im Detail: 2Und so funktiert er:
Nach dem Starten des Chronographen beginnt der Chrono-Minutenzeiger (am Chronozentrumsrad, 1) seinen Lauf. Am Chronozentrumsrad sitzt eine Stufenschnecke (2), die über die Rubinpalette (3) des Minutenzähl-Schalthebels (4) abgetastet wird. Die Stufenschnecke (2) drückt stetig steigend auf den Minutenzähl-Schalthebel (4) und dieser drückt auf die bewegliche Klinke (5). Nach exakt einer Minute ist die Stufenschnecke an ihrem Ende angelangt. Dann fällt die Rubinpalette (3) ab, der Minutenzähl-Schalthebel (4) bewegt sich zurück und damit auch die bewegliche Klinke (5). Die Klinke hakt dabei in ein Zahn des Minutenzählrades (6), an dem der Minutenzählzeiger des Chronographen sitzt, ein und bewegt den Zeiger exakt um eine Minute weiter. Und das ganze beginnt erneut und vollzieht sich zu jeder vollen, gestoppten Minute.

Ich hoffe, dass ich meine Faszination für den A. Lange & Söhne Double Split halbwegs verständlich vermitteln konnte.

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Ganz oben in diesem Beitrag habe ich das folgende Bild schon einmal gezeigt:

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Das ist die Art Kunst, die ich besonders mag! Es handelt sich um eine der ersten Funktionsskizzen, die während der Entwicklung des Double Split bei A. Lange & Söhne entstanden sind.

Bleibt meinerseits ein Wunsch an die Verantwortlichen bei A. Lange & Söhne: bauen Sie bitte möglichst bald wieder einen Double Split im Platingehäuse!

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Rotgold hat zweifelsohne seinen Reiz! Im Platingewand mit schwarzem Blatt ist diese Uhr aber eine echte Wucht!

Mir bleibt nun nur das Warten auf einen Lottogewinn oder Ähnliches, um mir diesen absoluten Uhrentraum irgendwann einmal erfüllen zu können. Das ist ein wirklicher Traum von mir…!

Ein sehenswerter Gast….

… bei Manon, der Uhrmacherin meines Vertrauens, die ja bereits meine Rolex Sea Dweller SD4K aufgearbeitet hat:

siehe: Hier ,

hatte unlängst auch meinen A. Lange & Söhne Datographen in ihrer Werkstatt. Und sie hat den Besuch dieses seltenen Gastes in einem kleinen Artikel verarbeitet. Sie hat die doch sehr intensiv getragene Uhr im Platingehäuse aufwändig in den Neuzustand zurück versetzt.

Viel Spaß bei der Lektüre!

…ein sehenswerter Gast, heut bei mir

in einem unscheinbaren Karton angekommen……….

Ohhhh, guten Tag, wer bist Du denn?

Hallo, ich bin ein Datograph, und zwar der von Sascha

A ha, soso wie fein, komm, ich befrei Dich erstmal richtig
…….und warum bist Du heute hier?

Mein Besitzer möchte dass ich mal angeschaut werde, ob mit mir alles in Ordnung ist und mein Äußeres auch mal wieder etwas frischer wirkt.


Ok, dann nehme ich Dich jetzt mit auf meinen Platz……

Prima, dann warte ich ab was passiert.

Als Erstes teste ich nun mal deine Mechanik und Komplikationen



Jetzt machen wir erstmal diesen Schweissfänger ab und legen ihn rüber zur Reinigung, denn im Moment interessierst nur Du mich in Deinem Platin-Kleid…….

Hihihi, Du kitzelst mich….
Oh sorry…wollen wir trotzdem weitermachen?

Ja klar!
Na gut….

…..ich schaue dich jetzt mal gaaaaaanz genau an…. bis nämlich schon mal poliert worden mein Freund…..

….warum liegt dort eigentlich ein Filzstift ?

abwarten kleiner Freund……

Hey!!!, Du bemalst mich ja!!!

Ja, ich bewerte deine Blessuren

Ich sehe komisch aus….
Nein das tust Du nicht, ich muss nur signifikante Stellen bezeichnen, um ggf mit deinem Herren Rücksprache zu halten falls wir doch Lasern sollten

Lasern?
Naja, Botox für Uhren halt, verstehst?
Achso, jajaja das verstehe ich jetzt voll und ganz, …..ähhhhh ?

aber nun wird es technisch! kommst jetzt mit u.a. auf eine Zeitwaage und dann checken wir Dich mal auf Herz und Niere ……………

wooooow…… was war das denn?

dies war mal eine richtige Funktions-/Laufkontrolle……..

Wow…..mach nochmal

Ja klar, das muss ich nämlich auch, mir gefallen deine Gangwerte ein kleines bisschen nicht und ich möchte eine Gegenkontrolle darum machen…..

……so, das was….

…….das ist ja irre hier

und jetzt werde ich Dir erstmal unters Edel-Kleidchen schauen und mal dein Herz aus allen Richtungen mir angucken, weil ich ja gesehen habe, dass Du etwas hinkst…..


Das ich was, … hinke?

jooo, Dich im Nachgang befindest, und ich werde Dich gleich schlafen legen, Du wirst Dich dabei total entspannen und sobald Du wieder wach bist, ist alles fertig

Ok?
Ok!

Dann Dir jetzt eine gesegnete Ruhe…..
Danke schöööön ………

…….und seine Unruhe blieb stehen……….

schön dass euch meine kleine Eingangsgeschichte gefällt

Sascha (ich fragte entsetzt, ob meine Uhr wirklich derart „benutzt“ war?): achiehwo, sieht immer schlimmer aus als wirklich es ist, grad mit meinen ganzen Malereien da drauf…. der kleine Freund ist auch schon wieder hell wach und dreht fleißig seine Runden

….. und meckert bissel weil ihm noch sein Röckchen fällt

Selbst eine Zange wäre hier fehlplatziert, ich muss immer die Möglichkeit und auch Eingriff haben, den Federstegzapfen führen zu können, und dies bekommste nur mit einer Gabel richtig hin, ansonsten besteht die Gefahr von Kratzer am Gehäuse

Wohlgemerkt, wir sprechen hier von Passformgabel, und nicht von Werkzeug aus der Kassentheke eines Baumarktes

ber zur einer Frage die mich bezüglich des Werkzeuges erreicht hat, „wieso das Werkzeug hier anders aussehe als das was ich sonst nutze oder im SC hatte….“ (z.B das silberne, bei Rolex Stahluhr)

Nun, wir dürfen nicht vergessen, wir haben hier schon ein Gast der „VIP-Kategorie“, für die habe ich eigene passgenaue Werkzeugsätze da, welche ich separat lagere und diese unterscheiden sich dann halt auch optisch

wie u.a. dies der Baugruppenzerlegung:

…..es sind zwar schon HighEnd Produkte, aber nicht aus puren Gold wie vielleicht angenommen

Auf den gezeigten Bildern sehen die Handschuhe schon „fusselig“ aus, es täuscht aber auch ein bisschen sie fusseln nicht wirklich, zumal es hier aber auch nur um die Baugruppenzerlegung geht und das Werk wird natürlich auch nicht damit angefasst. Es sind einfache Handschuhe welchen bei der Erstinaugenscheinnahme parallel auch zum „sauber wischen“ der Flächen dienen.

Für das Werk gibt es z.B. Fingerlingen aus Latex, sie sollen die Übertragung von Fette und Salze unterbinden, bieten gleichzeitig Griffigkeit und nachher beim Zusammenbau, ja da kommen schon ganz andere Handschuhe ins Spiel

Für jede Uhr habe ich solche Körbchen, sie sind bestückt mit verschiedenen Nitril-Handschuhe, Latex Fingerlinge und auch den besseren Baumwollhandschuhe, nebst Kleinteil-Schälchen und Reinraum-Kasten.


Die weißen Handschuhe sind dann auch die „ohne Fusseln“

So nachdem die SD4K nun gestern den Platz verlassen hat, nutze ich doch das schlechte Wetter heute und bereite mal alles für unseren lieben Freund morgen vor.
Im Großen und Ganzen liegt ja schon alles parat

….kleiner Lichttest…… joooo passt

Die erforderlichen Polier und Schleifhilfsmittel sind auch soweit da

mmmmmh alles auch soweit neu belegt und vorbereitet ?
……… ja sieht gut aus


Und, auch artig die Politur umgestellt auf Platin……….
….JAWOHL

Prima, dann können wir unseren Freund ja kommen lassen, denn der Servicekasten für den Reinraum nachher warte auch schon auf ihn

Die Watteröllchen benutze zum reinigen, z.B. nach einem Polierarbeitsschritt, und zu sehen ob und wo nach was zu machen ist, parallel ist Watte ein ganz fantastischer Polierstoff

Die Filzkörper sind prima zum Vorpolieren geeignet und lassen sich sehr gut in Form durch „einschleifen“ bringen – ich habe eine Vielzahl an verschiedenste Figuren da
…… Schlachtfeeeeeeeeeeeeld
……was macht der eigentlich überhaupt
…..ich schau mal
Haaaaallooooooooooo???
……..ja selber Halloooooooooo.
…..mir wird langsam kühl Untenrum…….
Ja ich weiß, 6.Lage bei 4’C……. ist schon was anderes als bei mir am Platz .
…….aber beschäftige Dich doch einfach weiter damit, Deine Runden zu drehen….
Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät HALT-STOP, bitte nicht singen, Du kommst sonst in die Suppe Kleiner
….in die Suppeeeeeeeee???…
nein, nur noch ins Wärmefach, Deine für mich letzte und 8.Lage prüfen und dann ist Dir auch nicht mehr so, wie sagtest Du….. so kühl untenrum…..

….aber ich bin ja schon dabei, nun lass mich noch schnell Dein Höschen sowie Deine Knöpfchen machen und dann haben wir es doch auch geschafft…….
………sonst singt der mir noch die Ohren ab
Nach dem Phasen polieren und ansetzen müssen wir auch den richtigen Schliff wieder aufbringen

jaaaaa, gefällt mir

auch die Schrift ist wieder schön scharfkantig

nun noch die Knöpfchen unseres Freundes…

………… ich mag ja so´n Fitzelkram

jetzt bisschen auf Hochglanz bringen, damit er „hintenrum“ auch glänzt

groben Dreck abtupfen….

ab jetzt wird es etwas kritisch, wir dürfen nun ja keine Kratzerchen mehr machen…

…… eine Runde durch das Lösungsbad mit dem Knöpfchen

und dann darf es zu den anderen
…..und wir starten in den Endspurt…

das Werk ist immer wieder eine Augenweide und vereint sich perfekt mit dem Platinkleid zusammen

unser kleiner Freund hat die Prozedur nun hinter sich und erstrahlt wieder im neuem Glanz

Nun bereiten wir alles zusammen damit er auch getragen werden kann.

setzen den Federsteg und montieren wieder die Dornschließe


Jetzt noch die beiden Lederbandhäften an das Edelgehäuse,
alles vorbereiten und los geht’s.


fertig

so mein kleiner Freund, bevor ich Dich nun noch in diese Schutzhüllen verschwinden lasse……

….sage ich Dir: uf widerluege, i wünsch dä gueti Reis ond grüess fründli dä Sascha vo mer
Haaaaaaaaaaaaalt… ich hab noch einen Wunsch!!!!
Ahhhhhhh, na, welchen denn?
Nun hast Du soooooooviele Bilder von mir gemacht und hier allen gezeigt.
JETZT möchte ich auch eines von Dir zeigen
Mmmmmmmh…….. machen wir einen Kompromiss, wir zeigen eines von uns Beiden!
Ok !

Tous les meilleurs d’entre nous, la petite Dato et Manōn

Ich bedanke mich und ich hoffe meine kleine Geschichte vom ihm, als sehenswerten Gast, hat euch auch ein bisschen gefallen.

So, nun schließe ich Manon´s tollen Bericht mit dem Ergebnis ab, da der Datograph mittlerweile wieder wohlbehalten bei mir eingetroffen ist:

Der Delinquent ist also wieder bei mir eingetroffen.
Vorfreude ist ja die schönste Freude, vor allem wenn man seine eigenen Uhren in so einem tollen Artikel wie dem hier von Manon sieht, ohne dass man sie in der Zeit an dem Arm legen oder in die Hand nehmen konnte.

Das erwartete mich, als ich heute nach Hause kam:

Also schnell den Safebag aufgeschnitten:

Innen fanden sich drei einzeln verpackte und sehr gut verpackte Einzelteile

Kurzer Check, ob es wirklich für mich ist

O.k., check!
Und von wem es ist stand auch drauf

Nun, ich öffne mal das erste Einzelteil

Für eine Uhr ist die Verpackung definitiv zu flach. Also fix aufgemacht:

Schön! Schon lange habe ich nach einem passenden Schraubendreher für meine Rolex Oysterbänder
gesucht. Und Manon macht so etwas auf Maß. Custom made quasi.

Und hier mal ein Eindruck davon, wie exakt dieser Schraubendreher passt. Tolle Arbeit!

So, nun aber zu den Uhren.
Also fix das nächste Einzelteil ausgepackt.

Alle Einzelteile waren so verpackt, dass sie auch einen Atomschlag heile überstanden hätten. Wahnsinn.

Meine beiden Uhren, eine SD4K und der Datograph waren ja bei einem kleinen Kuraufenthalt bei Dr. Manon.
Und in Kliniken gibt es Sterilgut-Tüten

Danke Frau Dr. Manon!

Zur SD4K mehr im entsprechenden Beitrag im hier im Blog     (siehe: Hier )
So, aber nun zum letzten Einzelteil. Also auch diese fix ausgepackt.

Erwähnte ich die atombombensichere Verpackung?!

Schöne Box!

Nanu, da ist ja gar nichts drin!?

Aber vom Gewicht her muss da etwas drin sein.

Aha!

Selbst in der Box ist alles super safe verpackt

Und nun ist mein Gral wieder zurück zu Hause. Ich habe mich sehr gefreut! Und der Klinikaufenthalt war gar nicht soooo schlimm.

Bei so einer netten Frau Doktor!

Eins vorne weg: Manon hat perfekte Arbeit geleistet! Vielen lieben Dank!
Nun muss ich erstmal die ganzen Folien abknibbeln, dann gibt es gleich Detailbilder vom Datographen.

So, nun noch die ausstehenden Bilder des von Manon aufgearbeiteten Datographen.
Auch dieser ist, wie die SD4K, die ebenfalls bei Ihr in Kur war, vom optischen Zustand her neu. Besser sah er auch nicht aus, als er aus Glashütte kam.

Ganz tolle Arbeit Manon!












Hier eine der Gehäuseboden-Schrauben, die von Manon einzeln liebevoll poliert worden sind

Egal, aus welchem Winkel man schaut resp. fotografiert, alles sieht top aus. Auch mit Lupe / Makro-Objektiv.
Die Schliffe sind präzise, die Politur wie ein Spiegel.
Und zusätzlich läuft die Uhr perfekt. Sie ist also fit für die kommenden Jahre.
Manon und ihre Handwerkskunst ist also eine klare Empfehlung!